Leiharbeiter bekommen oft Hartz-IV-Zusatz
08.02.2012: Hiller-Ohm fordert gleichen Lohn für gleiche Arbeit
Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter in Deutschland verdienen stark unterdurchschnittlich. Nach Aussage der Bundesagentur für Arbeit (BA) erhielten im Jahr 2011 bis zu acht Prozent der Leiharbeiter aufstockende Hartz-IV-Leistungen. Die Bundesregierung hat diese Zahlen bestätigt. Bei Beschäftigten im Normalarbeitsverhältnis lag die Quote bei zwei Prozent. Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD) fordert die Bundesregierung auf, gleichen Lohn für gleiche Arbeit gesetzlich umzusetzen:
"Leiharbeit steht nach wie vor für Beschäftigung zweiter Klasse: Lag der mittlere Verdienst der Vollzeitbeschäftigten im Normalarbeitsverhältnis im Jahr 2010 bei 2.702 Euro, kommen Leiharbeiter im Schnitt nur auf 1.419 Euro pro Monat. Da wundert die deutlich höher Zahl von sogenannten Aufstockern nicht. Drei Viertel der vollzeitbeschäftigten Leiharbeiter liegt unter der Niedriglohnschwelle - beim Normalarbeitsverhältnis ist es ein Viertel. Bei Hilfsarbeitern liegt die Lohnlücke in der Leiharbeit bei 16 Prozent - das sind rund 230 Euro im Monat. In der Metall- und Elektrobranche oder auch bei Dienstleistungen beträgt der Verdienstunterschied mehr als 1.000 Euro. Das zeigt: Wir brauchen eine gesetzliche Regelung für gleichen Lohn für gleiche Arbeit!"
Die Leiharbeit hat seit dem Jahr 2009 in Deutschland wieder stark zugenommen. Aktuell liegt die Zahl der Leiharbeiter nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit bei rund 900.000 Beschäftigten. "Die Leiharbeit hat in Deutschland den eigentlichen Zweck, dass Firmen bei Auftragsspitzen schnell an Personal kommen. Leider entpuppt sich die Leiharbeit aber immer stärker als Mittel, Personalkosten in den Betrieben dauerhaft zu senken - auf Kosten der Beschäftigten. Der Mindestlohn in der Leiharbeit ist ein erster Schritt, wenngleich die Höhe noch ausbauwürdig ist. Wichtig ist jetzt, auch den Lohngleichheitsgrundsatz für Leiharbeiter ab dem ersten Tag einzuführen. Denn rund die Hälfte aller Leiharbeiter ist maximal drei Monate im Entleihbetrieb. Nur mit diesen beiden Instrumenten haben alle vollzeitbeschäftigten Leiharbeiter die Möglichkeit ohne zusätzliche steuerfinanzierte Sozialleistungen leben zu können", erklärt Hiller-Ohm.
Im Februar 2011 haben die norddeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten unter Federführung Hiller-Ohms ein gemeinsames Positionspapier mit dem DGB Nord verabschiedet, das sich unter anderem für gleichen Lohn für gleiche Arbeit ab dem ersten Tag ausspricht. "Die Bundesregierung muss deutlich zeigen, dass sie Lohndumping verhindern will, ob in der Leiharbeit oder bei Werkverträgen. Unsere Vorschläge bringen mehr Fairness auf den Arbeitsmarkt", so Hiller-Ohm.









