Hiller-Ohm: Jüdisches Leben in Lübeck und Deutschland befördern

Bei der Enthüllung der Gedenktafel an der Fassade der Synagoge im Juli 2017, v. l. n. r.: Mark Inger, Büroleiter der Jüdischen Gemeinde Lübeck, Gabriele Hiller-Ohm, MdB, Alexander Olschanski, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Lübeck sowie Thomas Schröder-Berkentien, Architekt der Synagogen-Sanierung

24.05.2018 | Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD) hat am Mittwochnachmittag auf Einladung der Jüdischen Gemeinde gemeinsam mit Landeskulturministerin Karin Prien und weiteren Gästen in der Lübecker Synagoge das Schawuoth-Fest begangen. Dabei wurde auch über die Fortschritte der Sanierung der Carlebach-Synagoge berichtet. Dazu erklärt Hiller-Ohm:

„Das jüdische Schawuoth-Fest gemeinsam in der Lübecker Synagoge feiern zu können, ist ein starkes Signal. Die Carlebach-Synagoge steht für die jüdischen Wurzeln unserer Gesellschaft und – mit der wachsenden Gemeinde – für die Wiederbelebung des jüdischen Lebens in unserem Land. Die Sanierung der einzig vollständig erhaltenen Synagoge in Schleswig-Holstein ist zur Bewahrung als Kulturdenkmal aber gerade auch als Ort der Erinnerung und Begegnung unverzichtbar.

Ich bin froh und dankbar, dass der langjährige politische Einsatz für die Fördermittel vom Bund, der mehr als 3,5 Millionen Euro zugegeben hat, sowie von Land und Possehlstiftung erfolgreich war. Nachdem im letzten Jahr Dach, Außenmauer und Fenster saniert wurden, konnte nun auch der Vorraum vor der Gebetshalle fertiggestellt werden. In Kürze kann die von der Jüdischen Gemeinde so lang ersehnte Sanierung der Gebetshalle beginnen, die Ausschreibungen für den Innenausbau laufen bereits. Nach Abschluss der Baumaßnahmen können dort – hoffentlich schon Ende 2019 – wieder Gottesdienste stattfinden.

Mit der Sanierung der Carlebach-Synagoge kann hier bei uns in Lübeck ein zentraler Punkt jüdischen Lebens in Norddeutschland entstehen. Dass Schleswig-Holstein seine Zuschüsse an die jüdischen Landesverbände von jährlich 500.000 auf 800.000 Euro mit weiterer Dynamisierung anhebt, ist zu begrüßen. Unterstützung kommt aktuell auch aus Berlin: Im Bundeshaushalt für 2018 ist eine deutliche Anhebung der Staatsleistungen für den Zentralrat der Juden in Deutschland um 30 Prozent von zehn auf 13 Millionen Euro vorgesehen. Davon werden auch die Jüdischen Gemeinden im Norden profitieren.

Im Koalitionsvertrag bekennen sich SPD, CDU und CSU zur Unterstützung der jüdischen Gemeinden und einer immerwährenden Verantwortung im Kampf gegen Antisemitismus. Beschlossen wurde darin auch, einen Beauftragten der Bundesregierung für jüdisches Leben in Deutschland und den Kampf gegen Antisemitismus einzusetzen. Zum 1. Mai 2018 hat Dr. Felix Klein das neue Amt übernommen, der bis dahin Sonderbeauftragter für Beziehungen zu jüdischen Organisationen und Antisemitismusfragen im Auswärtigen Amt war. Aufgabe des Antisemitismusbeauftragten ist es, Maßnahmen der Bundesregierung, die den Antisemitismus bekämpfen, ressortübergreifend zu koordinieren. Darüber hinaus soll der Beauftragte Ansprechpartner für jüdische Gruppen und gesellschaftliche Organisationen und Vermittler für die Antisemitismusbekämpfung durch Bund, Länder und Zivilgesellschaft sein. Antisemitismus darf in unserer Gesellschaft keinen Platz haben.“