Feuerschiff „Fehmarnbelt“ wird für 1,1 Millionen Euro saniert

17.11.2018 | 1,1 Millionen Euro gibt der Bund für das noch fahrtüchtige Denkmal, das Feuerschiff „Fehmarnbelt“. Das einstige schwimmende Leuchtfeuer soll auf einer Werft gründlich untersucht und saniert werden.

Es ist eine schöne Nachricht, die zwar nicht ganz überraschend, aber überraschend schnell kam: Insgesamt 1,1 Million Euro, aufgeteilt auf die Jahre 2019 bis 2021, gibt der Bund für den Erhalt des Feuerschiffs „Fehmarnbelt“. Es sei, sagt der Vorsitzende des Vereins „Feuerschiff für Lübeck“, Christoph Rüdiger, „eine große Freude, „dass uns auch die Bundespolitik wahrnimmt“.

Erstmals Geld vom Bund

Es ist das erste Mal, dass der rund 380 Mitglieder starke Verein um das 110 Jahre alte Schiff Bundesmittel in Anspruch nehmen kann. Bislang, so Rüdiger, habe man nötige Sanierungen und Wartungen meist aus Fördermitteln von Lübecker Stiftungen und mit Eigenmitteln finanziert. So auch vor knapp einem Jahr, als die „Fehmarnbelt“ in einem neunwöchigen Werftaufenthalt nach Denkmalschutz-Auflagen überholt wurde: Den Löwenanteil brachte zwar der Verein auf, doch auch Possehl- und Gemeinnützige Sparkassenstiftung finanzierten mit.

Gründlichere Untersuchung nötig

Bei besagtem Werftaufenthalt sei festgestellt worden, „dass das Schiff für sein Alter von 110 Jahren zwar in erstaunlich gutem Zustand ist, aber dass es Ecken gibt, die genau beguckt werden müssen.“

Vereinsvorsitzender Christoph Rüdiger: „Wir freuen uns darüber, dass uns nun auch die Bundespolitik wahrnimmt.“ Quelle: Lutz Roeßler

Und darum geht es nun um Größeres – nämlich eine Rundum-Sanierung – und andere Beträge. „Wir müssen das Schiff einmal eine Weile aus der Fahrt nehmen, bestimmte Sachen, die man so nicht sieht, detailliert anschauen. Das geht nur, wenn wir einiges abbauen“, erklärt der Vereinsvorsitzende. Insgesamt 2,2 Millionen Euro sind dafür angesetzt.

Austausch unter Feuerschiff-Freunden

Da sind die Bundesmittel verständlicherweise mehr als willkommen. Wie der Verein das geschafft hat? Das sei eine längere Geschichte, sagt Rüdiger. Bei den jedes halbe Jahr stattfindenden Treffen der Arbeitsgemeinschaft der fahrenden Feuerschiffe – neben der „Fehmarnbelt“ gehören auch die „Borkumriff“, die „Deutsche Bucht/Amrumbank“, die „Elbe 1“ und die „Elbe 3“ dazu – befruchte man sich gegenseitig, tausche sich über die Möglichkeiten aus und bekomme wertvolle Tipps.

Abgeordnete mit Engagement

Und aus solch einem Treffen heraus knüpfte der Lübecker Verein schließlich Kontakte zur Lübecker SPD-Bundestagsabgeordneten Gabriele Hiller-Ohm und zu deren Hamburger Kollegen Johannes Kahrs, der laut Rüdiger „ein großer Unterstützer maritimer Denkmäler“ und zudem haushaltspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist. Der Zufall wollte es, dass dieser vor einiger Zeit die Lübecker Synagoge und das Hansemuseum besuchte und sich bei der Gelegenheit endlich auch einmal das Lübecker Feuerschiff anschaute.

Neun Monate auf die Werft?

Danach sei es recht schnell gegangen, sagt Rüdiger, der vermutet: „Wir haben wohl alles richtig gemacht.“ Doch nach der Freude über die Bundesmittel, die sich in 100 000 Euro für 2019 und je 500 000 Euro für 2020 und 2021 aufsplitten, kommt nun erst einmal eine Menge Arbeit auf den Verein „Feuerschiff für Lübeck“ zu. Vor allem müssen sie den „Rest“, also 1,1 Millionen Euro, einwerben – dazu sind Gespräche mit der Hansestadt, dem Land und den Stiftungen nötig.

„Im nächsten Jahr“, so Rüdiger, „geht es zudem darum, die anstehenden Arbeiten detailliert zu planen und die deutschlandweiten Ausschreibungen vorzubereiten.“ 2020 könne die „Fehmarnbelt“ dann in die Werft gehen – angesetzt seien neun Monate, wobei man den Werftaufenthalt eventuell auch „stückeln“ könne. Dabei müsse die Werft nicht unbedingt an der Ostsee, sondern könne auch an der Nordsee liegen. „Das Schiff ist ja seetüchtig“, so der Vorsitzende, der einer spannenden Zeit entgegensieht.

Sabine Risch

Quelle: LN-Online