Hiller-Ohm für eine erweiterte Widerspruchslösung

Bild: © SPD Parteivorstand/Benno Kraehahn (CC-BY-SA 4.0)

Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im September eine Diskussion zur erweiterten Widerspruchslösung bei der Organspende angestoßen hat, fand dazu am 28.11.2018 im Bundestag eine erste Orientierungsdebatte statt. Hierzu erklärt die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD):

„Leider ist die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland nach dem Organspendenskandal von 2010 und 2011 stark zurückgegangen. Gleichzeitig warten über 10 000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Viele von ihnen sterben, während sie auf der Warteliste stehen. Davon betroffen sind auch Kinder. Das zu wissen ist schmerzlich. Hier müssen wir handeln.

Die erweiterte Widerspruchslösung kann zur Verbesserung der Organspendensituation beitragen. Sie sieht vor, dass künftig alle Menschen Organspender sind, solange sie nicht ausdrücklich widersprechen. Liegt bei einem potentiellen Spender oder einer potentiellen Spenderin kein schriftlicher Widerspruch vor, werden die Angehörigen befragt, die dann entscheiden müssen. Legen sie Widerspruch ein, darf kein Organ entnommen werden. Wichtig ist, dass ein Zentralregister eingerichtet wird, um die Erklärungen gegen eine Organentnahme zu erfassen.

So wissen Ärzte und Angehörige im Notfall sehr schnell, wie der oder die Betroffene zur Organspende steht oder zu Lebzeiten gestanden hat. Darüber sollte jeder und jede einmal nachdenken und für sich eine Entscheidung treffen.

Natürlich reicht die doppelte Widerspruchslösung allein nicht aus, um mehr Menschen helfen zu können, die so dringend auf ein lebensrettendes Organ warten. Notwendig sind Verbesserungen für Kliniken, wie die Freistellung von Transplantationsbeauftragten, eine bessere Vergütung von Organentnahme und Transplantationsvorbereitung sowie die Einrichtung von neurologischen Bereitschaftsdiensten zur Unterstützung der Entnahmekrankenhäuser bei der Beurteilung des Hirntodes. Ich bin gespannt, wie die Debatte weitergeführt wird und zu welchem Ergebnis wir auf Bundesebene kommen werden. Die Lübecker SPD hat sich auf ihrem letzten Parteitag klar für die Widerspruchslösung entschieden.“