Lübecker Abgeordnete für Neuregelung der Organspende

Die beiden Lübecker Bundestagsabgeordneten Prof. Claudia Schmidtke (CDU) und Gabriele Hiller-Ohm (SPD) machen sich für eine Widerspruchslösung beim Thema Organspenden stark.

Lübeck Die beiden Lübecker Bundestagsabgeordneten Prof. Claudia Schmidtke (CDU) und Gabriele Hiller-Ohm (SPD) sprechen sich für eine gesetzliche Neuregelung von Organspenden aus. Ziel ist die Einführung einer doppelten Widerspruchslösung. Danach sind künftig alle Menschen Organspender, außer sie oder ihre Angehörigen legen Widerspruch ein. Bisher ist nur Organspender, wer das ausdrücklich erklärt – durch einen Spenderausweis oder in einer Patientenverfügung.

Mit einem Organspendeausweis erklären Spender ausdrücklich, dass ihnen nach dem Tod Organe entnommen werden können. Problem: Zu wenige Bürger haben eine solchen Ausweis. Quelle: dpa

„Wenn die Nieren versagen und die Betroffenen dialysepflichtig werden, dann wissen sie, dass ihre Chancen bei uns nicht gut stehen“, erklärte die CDU-Bundestagsabgeordnete und Herzchirurgin Schmidtke jetzt bei einer Bundestagsdebatte, „im Ausland leben 50 Prozent der Nierenpatienten mit einem Transplantat, hierzulande sind es 20 Prozent.“

Aufklärung habe die Zahl der Spenden nicht erhöht und werde auch keinen Erfolg bringen, prophezeite Schmidtke: „Wir wissen, dass jeden Tag drei Menschen sterben, während sie auf ein Organ warten.“

Die CDU-Politikerin spricht sich genauso für die Widerspruchslösung aus wie ihre SPD-Kollegin Gabriele Hiller-Ohm. „Leider ist die Bereitschaft zur Organspende in Deutschland nach dem Organspendeskandal von 2010 und 2011 stark zurückgegangen“, bedauert die Abgeordnete, „gleichzeitig warten über 10 000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ.“ Auch Kinder würden sterben, während sie auf einer Warteliste stehen. Die Lübecker SPD habe sich auf dem jüngsten Parteitag klar für die Widerspruchslösung ausgesprochen, sagt Hiller-Ohm. Der Bundestag hat über das Thema Ende November diskutiert.

Kai Dordowsky

Quelle: LN-Online