Hiller-Ohm: Für gute Arbeit und Ausbildung, Nachhaltigkeit und eine leistungsfähige Infrastruktur im Tourismus

SPD-Bundestagsfraktion beschließt Positionspapier zur nationalen Tourismusstrategie

Bild: © SPD Parteivorstand/Benno Kraehahn (CC-BY-SA 4.0)

In den kommenden Monaten will die Bundesregierung Eckpunkte für die im Koalitionsvertrag von SPD, CDU und CSU vereinbarte nationale Tourismusstrategie beschließen. Auf Initiative der Lübecker Bundestagsabgeordneten Gabriele Hiller-Ohm hat die SPD-Bundestagsfraktion am Dienstagabend ein umfassendes Positionspapier beschlossen. Dieses zeigt die wesentlichen Handlungsfelder auf und enthält konkrete Maßnahmen, um den Tourismus in Deutschland zu stärken. Wesentliche Ziele der SPD im Bundestag sind bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen in der Tourismusbranche, mehr Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz beim Reisen sowie eine leistungsfähige touristische Infrastruktur. Dazu erklärt Hiller-Ohm als tourismuspolitische Sprecherin ihrer Fraktion:

 

„Wir setzen uns dafür ein, die Potentiale des Tourismus als starker Wirtschaftsfaktor und Arbeitsplatz für rund drei Millionen Beschäftigte nachhaltig auszuschöpfen und die touristische Entwicklung zukunftsfest zu machen. Dafür ist es notwendig, alle Kräfte zu bündeln und die Tourismuspolitik zwischen Bund, Ländern und Kommunen sowie ressortübergreifend besser zu koordinieren.

 

Auch die Branche selbst steht in der Pflicht, gerade wenn es darum geht, gute Arbeits- und Ausbildungsbedingungen zu gewährleisten. Vor allem im Gastgewerbe ist der Handlungsbedarf groß. Wir setzen uns dafür ein, die Tarifbindung zu stärken, vorbildliche Ausbildung und gute Arbeitgeber besser anzuerkennen sowie gravierende Ausbildungsverstöße konsequenter zu ahnden. Die überbetriebliche Ausbildung und Weiterbildung wollen wir stärken.

 

Wir setzen uns für mehr Nachhaltigkeit und Verbraucherschutz beim Reisen ein. Der Tourismus muss im Sinne der Agenda 2030 ökologisch, sozial und wirtschaftlich zukunftsorientiert gestaltet werden. Es gilt gerade mit Blick auf den Outgoing-Tourismus darum, das natürliche und kulturelle Erbe zu schützen und nachhaltiges Reisen verbindlich zu zertifizieren. Um die Reisenden besser zu schützen, setzen wir uns für eine Insolvenzabsicherung von Airlines und eine automatisierte Vertragsentschädigung ein.

 

Der Tourismus ist auf eine leistungsfähige Infrastruktur angewiesen. Wir wollen deshalb die Erreichbarkeit touristischer Ziele per Schiene, Straße, Luft und Wasser erhalten, ausbauen und die Verkehrsträger stärker miteinander vernetzen. Die Rahmenbedingungen für den öffentlichen Verkehr müssen verbessert und der Umbau barrierefreier Bahnhöfe und touristischer Angebote vorangetrieben werden. Um den Investitionsstau im Wassertourismus aufzulösen, fordern wir einen eigenen Haushaltstitel für Nebenwasserstraßen. Wir setzen zudem auf den Ausbau der Radwege und der WLAN-Versorgung.

 

Die Erarbeitung und Umsetzung einer nationalen Tourismusstrategie ist das zentrale tourismuspolitische Vorhaben in dieser Wahlperiode. Als SPD-Fraktion arbeiten wir intensiv daran, die Strategie mit konkreten Maßnahmen zu füllen. Wir werden unsere beschlossenen Positionen nun über einen Antrag in Abstimmung mit dem Koalitionspartner im Bundestag einbringen, um der Regierung unsere umfangreichen Forderungen mit auf den Weg zu geben.“