Hiller-Ohm zum Frauentag: Damit Frauen ihre Möglichkeiten voll ausschöpfen können

Bild: Stephan H. Schenk

„Das Grundgesetz verpflichtet den Staat in Artikel 3, die Gleichberechtigung von Frauen und Männern durchzusetzen und Benachteiligungen zu beseitigen. Für diesen wichtigen Satz hatte die SPD-Abgeordnete Elisabeth Selbert vor 70 Jahren leidenschaftlich gekämpft. Den Handlungsauftrag aus dem Grundgesetz nimmt die SPD-Bundestagsfraktion sehr ernst“, sagt die für Lübeck und den Norden des Herzogtums Lauenburg zuständige Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD) zum Internationalen Frauentag am 8. März.

Am 10. März um 11:30 Uhr lädt Hiller-Ohm gemeinsam mit dem frauenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Sönke Rix zum Talk über Gleichstellung in den Marli-Hof ein. Anmeldungen sind noch bis zum 7. März möglich.

„Wir wollen Gesetze, die zeitgemäße Rollenbilder von Frauen und Männern unterstützen. Auch wenn wir in den vergangenen Jahren beispielsweise mit dem Elterngeld, der Quote für Frauen in Führungspositionen, dem gesetzlichen Mindestlohn und dem Rückkehrrecht auf vorherige Arbeitszeit viel dafür getan haben, laufen Frauen noch immer Gefahr, ihre Möglichkeiten nicht voll ausschöpfen zu können. Sie werden durchschnittlich schlechter bezahlt, steigen familienbedingt öfter und länger aus dem Job aus, steigen überwiegend in Teilzeit wieder in den Job ein, und das nicht selten unterhalb ihrer Qualifikation. Das wirkt sich verheerend auf die Alterssicherung von Frauen aus: So bekommen Frauen am Ende ihres Erwerbslebens nur halb so viel Rente wie Männer. Unsere aktuellen Vorschläge für eine Grundrente gehen diese Ungleichheit an. Zu 75 Prozent werden Frauen von der Grundrente profitieren – vor allem Frauen, die ihre Erwerbstätigkeit wegen ihrer Kinder einschränken mussten und deshalb nicht ausreichend für ihre Alterssicherung vorsorgen konnten. Von der Grundrente profitieren würden auch Frauen, die jahrzehntelang zu Niedriglöhnen arbeiten mussten“, erklärt Gabriele Hiller-Ohm.

„Neben der Einführung einer Grundrente müssen wir aber gleichzeitig weiter daran arbeiten, dass Frauen über den gesamten Lebensverlauf hinweg die gleichen Chancen wie Männer haben: auf einen gut bezahlten Job und letztlich auf eine eigenständige und auskömmliche Alterssicherung. Es ist allerhöchste Zeit, dass wir die sozialen und die Gesundheitsberufe aufwerten – denn es ist nicht plausibel, dass eine Arbeit mit so hohen Anforderungen und so großer Bedeutung für die Gesellschaft so gering entlohnt wird“, so die SPD-Abgeordnete.

Die SPD-Bundestagsfraktion will dringend etwas tun, um den Anteil von Frauen in den Parlamenten zu erhöhen. Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag ist mit 30,7 Prozent so niedrig wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr. „Unsere Antwort darauf ist ein Paritätsgesetz. Denn schon bei der Quote für Führungspositionen in der Privatwirtschaft haben wir gesehen: Wer auf Freiwilligkeit setzt, verteilt nur weiße Salbe. Nur per Gesetz machen Männer Platz für Frauen, die mindestens genauso gut dafür geeignet sind wie sie selbst. Die anstehende Wahlrechtsreform ist dafür der richtige Moment“, betont Hiller-Ohm.

Hinweis: Die Veranstaltung „Männer und Frauen sind gleichberechtigt! 100 Jahre Frauenwahlrecht, 70 Jahre Gleichstellung im Grundgesetz – und heute?“ findet am Sonntag, 10. März 2019, von 11:30-13:30 Uhr (Einlass ab 11:15 Uhr), im Marli-Hof-Café, Wesloer Landstraße 5 b/c, 23566 Lübeck, statt. Es diskutieren der Rendsburger Bundestagsabgeordnete Sönke Rix, Sprecher für Familien, Senioren, Frauen und Jugend der SPD-Bundestagsfraktion, die Lübecker Landtagsabgeordnete Kerstin Metzner und die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion Kristin Blankenburg. Durch die Veranstaltung führt Gabriele Hiller-Ohm. Aufgrund begrenzter Platzkapazitäten ist eine Anmeldung per E-Mail an gabriele.hiller-ohm@nullbundestag.de oder Telefon (0451) 38 46 895 notwendig.