Hiller-Ohm unterstützt doppelte Widerspruchslösung bei Organspenden

Bild: © SPD Parteivorstand/Benno Kraehahn (CC-BY-SA 4.0)

Der Gesetzentwurf zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz von Karl Lauterbach und Jens Spahn wird Ende Juni in erster Lesung im Bundestag beraten. Bereits im November 2018 hatte es dazu eine Orientierungsdebatte gegeben. Derzeit werden unter den Abgeordneten verschiedene Möglichkeiten diskutiert. Hierzu erklärt die Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD):

„Ich setze mich für die doppelte Widerspruchslösung bei der Organspende ein. Sie sieht vor, dass künftig alle Menschen Organspender sind, solange sie nicht ausdrücklich widersprechen. Liegt bei einem potentiellen Spender oder einer Spenderin kein schriftlicher Widerspruch vor, werden die Angehörigen befragt, die dann entscheiden müssen. Legen sie Widerspruch ein, darf kein Organ entnommen werden. Wichtig ist für mich, dass zu diesem Gesetzentwurf die Einrichtung eines Zentralregisters gehört, in dem die Erklärungen zur Organentnahme erfasst werden. Dort kann dann auch festgelegt werden, welche Organe gegebenenfalls nicht entnommen werden sollen. Der behandelnde Arzt oder die Ärztin wird dadurch gesetzlich verpflichtet, mit einer Anfrage bei dem Register sicherzustellen, ob eine Erklärung des möglichen Organspenders vorliegt und welche Organe entnommen werden dürfen. Ich sehe in der doppelten Widerspruchslösung vor allem die Chance möglichst vielen Menschen zu helfen, die ein Organ brauchen. Die Not ist groß, uns fehlen zu viele Spender. Aktuell warten über 10 000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ. Etwa 1000 jährlich von ihnen sterben, während sie auf der Warteliste stehen. Davon betroffen sind auch viele Kinder. Das finde ich schmerzlich. Hier müssen wir handeln.

Zwar befürworten 84 Prozent der Deutschen Organspenden, aber nur 36 Prozent haben einen Spendenausweis. Am guten Willen oder an einer positiven Einstellung zur Organspende mangelt es also nicht, aber es fehlt ein passendes Gesetz, in dem sich diese Einstellungen auch widerspiegeln. Deshalb befürworte ich die doppelte Widerspruchslösung und unterstütze den Gesetzentwurf zur Regelung der doppelten Widerspruchslösung im Transplantationsgesetz.“