Hiller-Ohm unterstützt Forderung nach einem Assistenzhundegesetz

Bild: © SPD Parteivorstand/Benno Kraehahn (CC-BY-SA 4.0)

Menschen mit Behinderung sind auf Hilfsmittel angewiesen. Dazu gehört nach der UN-Behindertenkonvention auch tierische Assistenz. Ausgebildete Assistenzhunde können Menschen mit körperlichen oder kognitiven Beeinträchtigungen das Leben erleichtern und im Notfall sogar retten. In Deutschland stehen Halter von Assistenzhunden jedoch vor zahlreichen Barrieren. Fraktionsübergreifend wurde das Thema im Bundestag auf einer Veranstaltung mit den Parlamentarischen Staatssekretärinnen Anette Kramme aus dem Bundesarbeitsministerium und Sabine Weiss aus dem Bundesgesundheitsministerium, der Journalistin Dunja Hayali, Botschafterin von Vita e.V., Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes sowie weiteren Verbänden und Assistenzhundehaltern diskutiert. Die Forderung nach einem Assistenzhundegesetz stieß dabei bei den Anwesenden auf große Zustimmung. Hierzu erklärt die Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD):

„Wir brauchen ein Assistenzhundegesetz, um sowohl Standards in der Ausbildung als auch im Umgang mit den Hunden festzulegen. Es ist nicht immer einfach einen geeigneten Hund zu finden. Aus einem Wurf von sechs Welpen kann manchmal nur einer für den „Job“ als Assistenzhund geeignet sein. Der Welpe wird zunächst ein Jahr lang in einer Patenfamilie aufgezogen und geht dann in ein einjähriges Training. Hier müssen Fachleute erkennen können, ob der Hund Freude an seinen Aufgaben hat und er sie in Zukunft für einen Menschen mit Behinderung zuverlässig erfüllen kann. Dazu brauchen wir Qualifizierungsmaßnahmen für Ausbilder und Ausbilderinnen und eine einheitliche Prüfungsordnung. Denn ein Assistenzhund muss nicht nur Türen öffnen oder Socken bringen, er muss im Notfall auch zuverlässig ein Telefon apportieren oder eine Medikamentendose öffnen.

Ein weiterer Grund für ein Assistenzhundegesetz ist der Zugang zu öffentlichen und privaten Einrichtungen und Verkehrsmitteln mit Hunden, um Menschen mit Behinderungen ein möglichst barrierefreies Leben mit ihrem Assistenztier zu ermöglichen.

Bislang engagieren sich Vereine, Verbände und Ehrenamtliche für Menschen mit Behinderungen und Assistenzhunde. Sie kümmern sich um Ausbildung, Vermittlung und lebenslange Betreuung der Tiere, auch unter dem Gesichtspunkt des Tierschutzes. Die Finanzierung läuft dabei über Spenden und Beiträge. Auch deshalb ist es Zeit, dass wir Assistenzhunde gesetzlich verankern und neben einheitlichen Standards auch die Anerkennung durch die Krankenkassen, wie es bei Blindenhunden üblich ist, durchsetzen.