Die Forderungen des Dialogforums zur Hinterlandanbindung kommen in den Deutschen Bundestag

Bild: Stephan H. Schenk

Die Forderungen der Schleswig-Holsteiner*innen nach mehr Lärmschutz aufgrund der geplanten Hinterlandanbindung der Fehmarnbeltquerung sollen nun in den Bundestag kommen. Mit der Planung eines Tunnels zwischen Fehmarn und Dänemark hatte sich Deutschland verpflichtet, eine Schienenhinterlandanbindung für erhöhten Güterzugverkehr zu bauen. Diese ist zwischen Puttgarden und Lübeck geplant. Der ansteigende Güterzugverkehr wird zu einer erhöhten Lärm- und Erschütterungsbelastung führen. Bürger*innen in der Region Ostholstein und Lübeck setzen sich deswegen seit mehreren Jahren im Rahmen eines Dialogforums zur Hinterlandanbindung dafür ein, dass der Bund Mittel für übergesetzliche Lärmschutzmaßnahmen entlang der Strecke bewilligt.Heute hat die Landesvertretung Schleswig-Holstein in Berlin zur Präsentation der Forderungen des Dialogforums eingeladen. Gabriele Hiller-Ohm, Abgeordnete des Bundestages für Lübeck und tourismuspolitische Sprecherin der SPD, setzt sich dafür ein, dass die Forderungen der Bürger*innen im Bundestag Gehör finden.

„Ich freue mich, dass nach jahrelangen Verhandlungen und intensiver Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger heute der Antrag mit den Forderungen des Dialogforums Hinterlandanbindung offiziell vorgestellt wurde. Die geplante Schienenhinterlandanbindung führt zu einem massiven Mehraufkommen an Lärm und Erschütterung durch Güterzüge. Das mindert zum einen die Lebensqualität der Anwohner*innen entlang der Strecke. Zum anderen wird auch der Tourismusstandort Schleswig-Holstein geschwächt, wenn Güterzüge hinter Campingplätzen und Promenaden entlangfahren.

In den vergangenen Jahren hat ein Dialogforum aus Kommunen und beteiligten Verbänden sowie Initiativen in Ostholstein und Lübeck einen Forderungskatalog zur verträglichen Umsetzung der Schienenhinterlandanbindung erarbeitet. Dieses Verfahren ist ein Vorbild demokratischer Beteiligung für kommende Verkehrsplanungen. Für Lübeck sehen die Forderungen 50 Mio. Euro vor, mit denen Lärmschutzstandards finanziert werden, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen – unter anderem höhere Lärmschutzwände, einen umfangreicheren Erschütterungsschutz sowie die Entdröhnung von Brücken. Die Forderungen der Hansestadt Lübeck wurden vom Dialogforum vollumfänglich übergenommen. Das ist ein gutes Signal für die betroffenen Menschen in Lübeck.

Ich begrüße die Forderungen nach übergesetzlichem Lärmschutz. Nun muss der Antrag des Dialogforums seinen parlamentarischen Lauf durch den Bundestag nehmen. Ich werbe sehr dafür, dem Forderungskatalog des Forums nachzukommen und werde mich auch weiterhin als Abgeordnete des Bundestages für die Bewilligung der Mittel einsetzen.

Nicht außer Acht gelassen werden darf, dass wir einen erneuten Stress-Test für den Lübecker Hauptbahnhof brauchen, bei dem wachsende Güteraufkommen aus den Lübecker Häfen, mehr Zugverkehre durch Verdichtung der Verkehre zwischen Lübeck und Hamburg und eben auch die zu erwartenden Güterverkehre auf der neuen deutsch-dänischen Verbindung einbezogen werden. Damit soll geprüft werden, ob der Lübecker Hauptbahnhof einen gesteigerten Güter- und Personenverkehr überhaupt bewältigen kann.“