Viele Verbesserungen durch Reform der Psychotherapeutenausbildung

Bild: © SPD Parteivorstand/Benno Kraehahn (CC-BY-SA 4.0)

Der Bundestag hat jetzt die Reform der Psychotherapeutenausbildung beschlossen. Ein längst überfälliger Schritt, zu dem auch Verbesserungen in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gehören. Dazu äußert sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm aus Lübeck:

„Ich freue mich, dass wir die Reform der Psychotherapeutenausbildung endlich auf Druck der SPD nach vielen Jahren und zwei Anläufen in dieser und der letzten Wahlperiode beschlossen haben. Künftig führt ein neuer, eigenständiger Studiengang Psychotherapie zum Masterabschluss und der Behandlungserlaubnis, der sogenannten Approbation, als Psychotherapeutin oder Psychotherapeut. Mit diesem Schritt machen wir die Ausbildung attraktiver und verbessern die Situation von erkrankten Menschen, die auf eine Psychotherapie angewiesen sind.

Bislang mussten die angehenden Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten ein Psychologie- oder Pädagogikstudium abschließen und anschließend eine Ausbildung als Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Ausbildung (PiAs) ohne Vergütung absolvieren. Dies haben wir nun geändert und eine Vergütung von mindestens 1.000 Euro während der stationären Ausbildungsphase durchgesetzt. In der ambulanten Ausbildung werden die PiAs zu mindestens 40 Prozent an den Erlösen der Ausbildungsinstitute aus den Therapievergütungen beteiligt. Das müssen die Institute nachweisen. Davon profitieren auch die Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten in Weiterbildung (PiWs).

Zunächst waren die Pläne für die geplante Neuregelung sehr kritisiert worden. Vor allem die derzeit Studierenden hatten große Sorge, dass sie als unbezahlte PiAs hätten arbeiten müssen, während die nachkommenden Studierenden schon von der neuen Regelung profitieren. Hier hat das Bundesgesundheitsministerium nachgebessert: Wer heute seine Psychotherapeuten-Ausbildung beginnt oder sich zu Beginn des neuen Studiums noch in einer solchen befindet, hat 12 Jahre Zeit, diese nach alter Ausbildungsordnung zu beenden. Für Härtefälle gilt sogar eine Übergangszeit von 15 Jahren. Außerdem erhalten auch Psychotherapeuten, die ihre Ausbildung nach dem bisherigen System begonnen haben, zukünftig den Anspruch auf Bezahlung während der Weiterbildungsphase. Die Hochschulen bekommen dazu die Möglichkeit, polyvalente Bachelors, also Übergänge aus dem alten in das neue Studium einzurichten.“

MueZu den Verbesserungen in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen gehören die Erarbeitung einer Richtlinie, für ein umfassendes, leitliniengerechtes, diagnoseorientiertes und berufsgruppenübergreifendes Versorgungsangebot für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen und komplexen Behandlungsbedarf. Damit wird der gemeinsame Bundesausschuss beauftragt, das höchste Gremium der Selbstverwaltung des Gesundheitswesens.