Unabhängige Teilhabeberatung für Menschen mit Behinderungen in Lübeck gesichert

Gabriele Hiller-Ohm auf dem Dach des Jakob-Kaiser-Hauses Bild: Gabriele Hiller-Ohm

„Betroffene beraten Betroffene“, nach diesem Grundsatz arbeiten seit dem 1. Januar 2018 die Beratungsstellen der „Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung“ (EUTB). Deren wertvoller Beitrag zur besseren Teilhabe von Menschen mit Behinderungen wird nun dauerhaft finanziert und aufgestockt. Das hat der Deutsche Bundestag jetzt mit dem Angehörigenentlastungsgesetz beschlossen.

„In Lübeck gibt es aktuell zwei unabhängige Beratungsstellen, einmal den Verein zur Förderung der Teilhabe in Lübeck und die EUTB des Diakonischen Werks Schleswig-Holstein. Beide Teilhabeberatungsstellen sind wichtige Bausteine für eine gelungene Inklusion in unserer Hansestadt. Für alle Aktiven und auch die vielen Ratsuchenden ist das heute ein richtig guter Tag“, freut sich die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD).
In den unabhängigen Beratungsstellen werden Menschen mit Behinderungen und deren Angehörige durch Menschen mit Behinderungen beraten (sogenanntes „Peer Counseling“). Dadurch wird ein partnerschaftlicher und niedrigschwelliger Austausch auf Augenhöhe ermöglicht. Die kostenfreie Beratung umfasst dabei alle Rehabilitations- und Teilhabeleistungen und informiert über mögliche Leistungsansprüche nach den Sozialgesetzbüchern sowie zu Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und den zuständigen Rehabilitationsträgern. Bisher war dieses Angebot bis zum 31. Dezember 2022 befristet.

„Dass die Arbeit der unabhängigen Beratungsstellen nun kein Ablaufdatum mehr hat, ist schon eine gute Nachricht. Aber mindestens genauso gut ist es, dass die Beratungsstellen künftig auch mehr Geld erhalten. Bundessozialminister Hubertus Heil hat durchgesetzt, dass die Mittel ab 2023 um etwa zehn Prozent auf 65 Millionen Euro pro Jahr erhöht werden“, so Hiller-Ohm.
Erfahrungen zeigen, dass die Leistungsträger durch die Arbeit der unabhängigen Beratungsstellen deutlich entlastet werden. Denn oft sind die Ratsuchenden dadurch bereits bestens auf ihre Termine bei Behörden und Verwaltungen vorbereitet und werden nach Bedarf auch von Beratenden der EUTB begleitet. Trotz dieses wertvollen Angebots gilt aber weiterhin: Die Rehabilitationsträger haben die Pflicht, Leistungsberechtigte immer gut und umfassend zu beraten.

„Die unabhängigen Beratungsstellen sind eine große Erfolgsgeschichte, davon habe ich mich schon mehrfach selbst vor Ort überzeugt. Beide Beratungsstellen in Lübeck leisten einen wichtigen Beitrag, damit Betroffene ihre individuellen Bedürfnisse und Teilhabeziele verwirklichen können. Die Beratungsstellen unterstützen sie dabei, ihre Rechte auf Chancengleichheit, Selbstbestimmung, eigenständige Lebensplanung und individuelle Teilhabeleistungen zu verwirklichen. Es ist gut für uns, dass sie gestärkt weitermachen können“, erklärt Hiller-Ohm.