Afrikagipfel der Bundesregierung: Entwicklungszusammenarbeit und Klimaschutz zusammen denken

Gabriele Hiller-Ohm auf dem Dach des Jakob-Kaiser-Hauses Bild: Gabriele Hiller-Ohm

In dieser Woche fand der Afrikagipfel der Bundesregierung in Berlin statt. Ein Fokus dabei ist der sogenannte „Compact with Afrika“. Bei diesem zentralen Projekt der Afrikastrategie der Bundesregierung werden die wirtschaftlichen Kooperationen zwischen  Deutschland und zwölf ausgewählten afrikanischen Partnerländern intensiviert. Dabei handelt es sich um wirtschaftlich bereits besser entwickelte Länder, wie Tunesien, Ghana oder Äthiopien. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit soll insbesondere durch private Investitionen erfolgen. Dazu die Lübecker SPD-Bundestagsabgeordnete, Gabriele Hiller-Ohm, Mitglied in der Parlamentariergruppe Westafrika sowie der Parlamentariergruppe Östliches Afrika:

„Ich begrüße, dass die Bundesregierung der Kooperation mit den afrikanischen Ländern einen so hohen Stellenwert beimisst. Der afrikanische Kontinent liegt in unserer direkten Nachbarschaft, wir Europäerinnen und Europäer sollten uns deshalb auch um ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis mit den Afrikanerinnen und Afrikaner bemühen. Dabei ist es wichtig, dass wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und uns um ein Verhältnis auf Augenhöhe bemühen.

Dazu gehört auch, dass wir Partnerschaften mit Ländern suchen, die wirtschaftlich weniger gut aufgestellt sind als die zwölf Länder des „Compacts with Africa“. Neun der zehn ärmsten Länder der Welt liegen in Afrika, besonders diese Länder könnten von Investitionen und Wissenstransfer stark profitieren. Darüber hinaus wäre das ein starker Beitrag dazu, die gravierenden Ungleichheiten auf dem afrikanischen Kontinent zu verringern.

Die ärmsten Länder sind auch diejenigen, die am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen sind. Deshalb ist es sehr wichtig, Entwicklungszusammenarbeit und Klimaschutz gemeinsam zu denken. Dies ist mir bei einem Besuch in Sierra-Leone nochmals deutlich geworden: So gibt es zum Beispiel in der Hauptstadt Freetown keine geordnete Abfallentsorgung. Der Müll wird auf eine Halde mitten in der Stadt geschüttet, entzündet sich sehr oft selbst und gefährdet dadurch Menschen und Klima. Hier könnten wir mit unserem Know-How unterstützen und dabei das Leben der Menschen vor Ort verbessern und gleichzeitig die Industrie effizienter und umweltschonender gestalten. Deshalb sollten insbesondere Investitionen und Kooperationen im Bereich der erneuerbaren Energien intensiviert werden. Im Bereich Umweltschutz können wir übrigens auch von den afrikanischen Staaten lernen. Kenia hat beispielsweise bereits 2017 sämtliche Plastiktaschen im Land verboten, hier hinkt Deutschland klar hinterher.“