320 Werkstatträte aus ganz Deutschland diskutieren im Bundestag über ein besseres Entgeltsystem in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen

Bild: Gabriele Hiller-Ohm

Die Arbeit in den Werkstätten für Menschen mit Behinderungen ist wichtig und verdient unsere Unterstützung. Gerade die Einkommenssituation von Werkstattbeschäftigten müssen wir verbessern. Wie ein neues Entgeltsystem aussehen könnte, war Schwerpunkt der 13. Werkstatträtekonferenz der SPD-Bundestagsfraktion. Rund 320 Werkstatträteräte aus ganz Deutschland waren zu Gast, darunter auch eine Werkstatträtin aus Lübeck, was die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD) besonders gefreut hat:

„Seit der ersten Werkstatträtekonferenz im Jahr 2006 hat sich viel getan. Die UN-Behindertenrechtskonvention wurde von Deutschland unterzeichnet, das Bundesteilhabegesetz ist in Kraft getreten — und den diskriminierenden Wahlrechtsausschluss von Menschen mit Behinderungen haben wir endlich abgeschafft. In puncto Inklusion allerdings gibt es noch einiges zu tun, um auch dieses Ziel erreichen zu können. Denn für die Inklusion ist die gleichberechtigte Teilhabe auf dem Ersten und Zweiten Arbeitsmarkt sehr wichtig. Dazu gehört die gerechte Entlohnung von Werkstattbeschäftigten, und zwar in einem System, das transparent und verständlich ist. Dazu haben wir mit dem Budget für Arbeit seit 2018 und dem neuen Budget für Ausbildung ab 2020 zwei wichtige Vorhaben auf den Weg gebracht, durch die die Grenzen zwischen dem ersten und zweiten Arbeitsmarkt für Menschen mit Behinderungen zumindest durchlässiger werden.

Auch die Entlohnung von Werkstattbeschäftigten hat sich verbessert. Nach den Fortschritten, die mit dem Bundesteilhabegesetz erzielt worden sind, wurde zuletzt beschlossen, das Ausbildungsgeld in Werkstätten ab dem nächsten Jahr zu erhöhen. Hiermit ist eine Erhöhung des Grundbetrags verbunden. Damit die Werkstätten keine finanzielle Überforderung fürchten müssen, erfolgt die Erhöhung schrittweise. Gerade zum letzten Punkt haben wir viele Gespräche mit den Werkstätten geführt, die belegen, wie wichtig der Austausch zwischen Politik und Praxis ist. Deshalb finde ich es sehr gut, dass heute so viele Werkstatträte nach Berlin gereist sind, um mit uns über die Situation in den Werkstätten zu sprechen und weitere Verbesserungen anzuregen.“