Bundesweite Wohnungslosenstatistik ermöglicht vorbeugende Hilfen

Gabriele Hiller-Ohm auf dem Dach des Jakob-Kaiser-Hauses Bild: Gabriele Hiller-Ohm

Am Donnerstag, den 16. Januar 2019 wird der Deutsche Bundestag über das Gesetz zur Einführung einer Wohnungslosenberichterstattung beraten und das Gesetz aller Voraussicht nach verabschieden. Bis jetzt gibt es keine Daten über das Ausmaß der Wohnungslosigkeit in Deutschland. Das neue Gesetz kann nun verlässliche Daten liefern, die zu einer effektiven und verbesserten Wohnungslosenhilfe beitragen. Dazu die Lübecker SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales:

„Die Einführung einer Wohnungslosenstatistik war längst überfällig. Wohnungslosigkeit ist eine besonders schwere Form von Armut und sozialer Ausgrenzung. Mit einem menschenwürdigen Dasein ist sie nicht vereinbar. Die Prävention und Bekämpfung von Wohnungslosigkeit ist daher eine wichtige sozialpolitische Aufgabe, bei der es auf konkrete Hilfestellungen für die Betroffenen in ihrer schwierigen Lebenslange ankommt. Eine jährlich aktualisierte Statistik zu Wohnungslosigkeit kann dazu eine wertvolle Datengrundlage bieten. Die Datenerhebung wird knapp 11.000 Gemeinden in Deutschland erfassen.

Die Bundesstatistik bezieht alle Personen ein, die am Stichtag den 31. Januar jedes Jahres aufgrund von Maßnahmen der Gemeinden und Gemeindeverbände oder mit Kostenerstattung durch andere Träger untergebracht sind. Ergänzend dazu wird es eine Berichtspflicht geben, die Wohnungslose erfasst, die kurzzeitig bei Bekannten unterkommen oder Menschen, die ohne jeden Schutz auf der Straße leben. Perspektivisch sollten auch von Wohnungslosigkeit gefährdete Personen mit in die ergänzende Berichtspflicht integriert werden. Personen, die in ungesicherten Wohnverhältnissen leben, kann so präventiv geholfen werden.

Die Zahl der von Wohnungslosigkeit betroffenen und bedrohten Menschen ist laut Angaben des Diakonischen Werks in Schleswig-Holstein in den letzten Jahren kontinuierlichen angestiegen. Auch in der Hansestadt Lübeck sind viele Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen. Zwar ist die Zahl in Lübeck in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen, dennoch zählte das Diakonische Werk Schleswig-Holstein 1.293 Fälle im Jahr 2018. Die Dunkelziffer liegt dabei um einiges höher. Die Bundesstatistik setzt hier an und kann ab 2022 verlässliche Zahlen liefern. Daran können Entwicklungen abgelesen werden und es schafft einen besseren Überblick über die gesamte Problematik. So kann die gezielte Hilfe für wohnungslose Menschen auch in Lübeck noch weiter verbessert werden.“