Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Hiller-Ohm und ihr Kollege Rix würdigen die Arbeit des Lübecker Arbeitskreises No-Mobbing

v.l.n.r.: Gerd Gurgel, Wolfgang Kolbinger, Helga Martens, Sönke Rix MdB, Gabriele Hiller-Ohm MdB, Ulrich Dombrowski, Manfred Guschmann, Norbert Piontek, Rüdiger Schmidt, Regionsleiter des KDA/Lübeck

Am Mittwoch den 26. Februar waren die Lübecker SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm und der Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Sönke Rix zu Gast bei dem Lübecker Arbeitskreis No-Mobbing, der unter der Leitung des Kirchlichen Dienstes in der Arbeitswelt/Lübeck steht. Der Arbeitskreis No-Mobbing ist ein Expertennetzwerk aus Vertreterinnen und Vertretern von Kirche, Gewerkschaften, Personalvertretungen und Beratungseinrichtungen. Seit 1999 bietet die Initiative Beratung und Unterstützung vor allem durch das No-Mobbing Telefon an. Unter der No-Mobbing-Hotline 0451-84040 bekommen Betroffene jeden Dienstag zwischen 17.00 und 19.00 Uhr Rat und Hilfestellung. Dazu Gabriele Hiller-Ohm, Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales:

„Hilfe und Beratung für Betroffene von Mobbing am Arbeitsplatz ist der wichtigste erste Schritt um gegen diesen belastenden Konflikt in der Arbeitswelt aktiv zu werden. Dass seit des Bestehens des No-Mobbing Telefons bereits in über 2000 Konfliktfällen Hilfe geleistet werden konnte, zeigt wie relevant die Arbeit der Initiative ist. Dabei freut mich und meinen  Kollegen Sönke Rix ganz besonders, dass der Arbeitskreis ausschließlich von dem Engagement Ehrenamtlicher getragen wird – und das seit über 20 Jahren! Die Ehrenamtlichen sind dabei alles Menschen mit hoher Kompetenz und Beratungserfahrung, beispielsweise Psycholog:innen oder Betriebsräte. Dieses Engagement für unsere Gesellschaft kann nicht hoch genug geschätzt werden.                      

Das Thema Mobbing ist weiterhin ein unterschätztes Problem. Es richtet sich gezielt gegen einzelne Personen und steht für systematische und länger anhaltenden Intrigen und Schikanen am Arbeitsplatz. Jede neunte erwerbsfähige Person wurde im Laufe des Arbeitslebens mindestens einmal gemobbt. Für die Betroffenen ist es oft sehr schwer konkrete Schritte zur Bekämpfung des Problems einzuleiten. Das liegt häufig an der Stigmatisierung, die weiterhin mit dem Thema verbunden ist, aber auch an einer nicht immer eindeutigen Rechtslage. Anonyme Beratungsstellen wie das No-Mobbing Telefon sind daher wichtige erste Anlaufstellen, die eine gezielte Unterstützung und Beratung anbieten können. Darüber hinaus bietet der Lübecker Arbeitskreis No-Mobbing auch Gruppenberatung, persönliche direkte Gespräche und Coachings sowie Angebote für Unternehmen an.

Das Bewusstsein für das Thema Mobbing auch im Unternehmen zu stärken ist von zentraler Bedeutung. Mobbing muss vor allem an der Quelle bekämpft werden. Gute Arbeitsorganisation, ein akzeptabler Führungsstil und eine gute Informationspolitik sind wichtige Faktoren, um Mobbing effektiv und präventiv entgegenzuwirken.

Auch im Deutschen Bundestag ist das Thema auf der Agenda. Im Januar diesen Jahres gab es eine Anhörung mit vielen Expert:innen zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz und wie Beschäftigte besser geschützt werden können. Dabei wurde deutlich, wie belastend die Situation für die Betroffenen ist und wie sich dieser Dauerstress auf die psychische Gesundheit auswirkt. Dabei entstehen nicht nur schwere gesundheitliche Beeinträchtigungen bei den Betroffenen, sondern auch ein enormer volkswirtschaftlicher Schaden beispielsweise durch Arbeitsausfälle oder Krankheit. Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass eine klare Abgrenzung zwischen Mobbing und anderen Konflikten am Arbeitsplatz rechtlich sehr schwierig ist. Eine umfassende und regelmäßige Bestandsaufnahme ist daher dringend nötig.“