Hiller-Ohm: Sanierung der Carlebach Synagoge ist fast abgeschlossen

Gabriele Hiller-Ohm auf dem Dach des Jakob-Kaiser-Hauses Bild: Gabriele Hiller-Ohm

Die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen der Carlebach Synagoge kommen jetzt zum Abschluss. Zur Sanierung der Carlebach Synagoge hat der Bund fast 4 Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen beigetragen. Die Gesamtkosten sollen sich auf 8,5 Millionen Euro belaufen. Dazu erklärt die Lübecker SPD-Bundestagsabgeordnete, Gabriele Hiller-Ohm:

„Ich freue mich, dass die schwierige Sanierung der Carlebach Synagoge in Lübeck nun die Schlussphase erreicht haben. Über die Jahre hinweg habe ich mich im Deutschen Bundestag immer wieder für die Finanzierung dieses wichtigen Vorhabens eingesetzt. So konnte das Projekt beispielsweise von Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes profitieren. Allein im vierten Bauabschnitt hat der Bund fast die Hälfte der Sanierungskosten von fast 5,7 Millionen Euro übernommen. Das ist ein starkes Zeichen für das jüdische Leben in Deutschland.

Die Corona Krise drohte das Sanierungsvorhaben in der Schlussphase nochmals auszubremsen. Innovative Lösungen waren gefragt und wurden gefunden. So war ursprünglich geplant, dass die Sakralmöbel von Spezialisten aus Israel gefertigt und in Lübeck dann aufgestellt werden sollten. Doch die Corona Pandemie machte diesen Plan zunichte. Die Fachleute durften nicht einreisen. Um das Vorhaben dennoch zu vollenden, wurde eine digitale Lösung gefunden. Unter Anleitung der israelischen Spezialisten haben nun englische Handwerker per Videochat die letzten Schliffe an der Inneneinrichtung vorgenommen. Ich freue mich sehr, dass auch dieses letzte Wegstück erfolgreich abgeschlossen werden konnte und danke allen Beteiligten, die an das Sanierungsvorhaben geglaubt und dafür gekämpft haben.“

Die Lübecker Synagoge hat eine bewegte Geschichte: Ursprünglich wurde das Gotteshaus 1880 fertig gestellt. Obwohl die Synagoge in der Reichspogromnacht 1938 verwüstet wurde, überstand sie als eine der wenigen Synagogen in Deutschland den Zweiten Weltkrieg. Die Nationalsozialisten haben allerdings umfassende Umbauten vorgenommen, damit das Gebäude nicht mehr als Synagoge erkennbar war. Nach dem Ende des Krieges wurde sie der jüdischen Gemeinde zurückgegeben und neu geweiht. Im Laufe der Jahre geriet die Synagoge in einen zunehmend sanierungsbedürftigen Zustand. 1994 erlang die Synagoge traurige Berühmtheit, sie wurde Ziel eines rechtsradikalen Brandanschlages – der erste Anschlag auf eine Synagoge in Deutschland seit dem Ende des Nationalsozialismus. Auch deshalb ist die umfassende Sanierung ein deutliches Zeichen für den Platz des jüdischen Lebens in der Mitte unserer Gesellschaft.