Hochschullabore mit in die Corona-Teststrategie einbeziehen

Gabriele Hiller-Ohm auf dem Dach des Jakob-Kaiser-Hauses Bild: Gabriele Hiller-Ohm

Die Kapazitäten der Corona-Testlabore stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Die Testkapazitäten sind aktuell bei über 1,5 Millionen Tests pro Woche, das ist ein enormer Anstieg seit Ausbruch der Pandemie. Allerdings berichten mehrere Bundesländer, darunter auch Schleswig-Holstein, von Engpässen bei der Auswertung der Coronatests. Dazu äußert sich die Lübecker SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm wie folgt:

„Die zunehmenden Kapazitätsprobleme der Testlabore bereiten mir große Sorgen. Hier muss weiter über innovative Lösungen nachgedacht werden. Ich halte es daher für sinnvoll, dass auch Hochschullabore in die Auswertung der Tests mit einbezogen werden können. In den Hochschullaboren gibt es teilweise noch viele freie Kapazitäten, die genutzt werden können. Studierende und wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnten hier freiwillig mit unterstützen. Es bedarf einer gesamtgesellschaftlichen Kraftanstrengung, um das Virus einzudämmen.

Wir sind mitten in der zweiten Welle und in einer nationalen Notlage. Es ist sehr wichtig, dass wir weiterhin Infektionsketten nachvollziehen können. Nur so kann eine weitere exponentielle Verbreitung des Virus verhindert werden. Die Testlabore haben dabei eine zentrale Schlüsselfunktion. Ohne ihr reibungsloses und schnelles Funktionieren können wir die Infektionsketten nicht nachvollziehen. Um weiterhin ein hohes Niveau an wöchentlichen Tests zu gewährleisten müssen möglichst viele Labore, die in der Lage sind, Coronatests auszuwerten, mit in die Teststrategie einbegriffen werden.

Es ist ein wichtiger Schritt, dass die Bundesregierung nun die nationale Teststrategie angepasst hat. Für diesen Winter sollen Personen mit leichten Erkältungssymptomen, die keiner Risikogruppe angehören oder keinen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus infizierten Person hatten, zunächst nicht getestet werden. Damit verhindern wir den drohenden Kollaps der Testlabore und sorgen dafür, dass die Menschen getestet werden, die auch wirklich betroffen sind. Ich begrüße es auch ausdrücklich, dass in dem Entwurf zum dritten Bevölkerungsschutzgesetz eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vorgesehen ist. Diese Änderung ermöglicht es zukünftig auch, dass veterinär- und zahnmedizinische Labore Coronatests durchführen können.

Wichtig ist es zudem, die Verfügbarkeit der Antigentests weiter auszubauen. So kann in vielen sensiblen Bereichen – wie beispielsweise Alten- oder Pflegeheimen – Kontakt zu Angehörigen zugelassen werden. So können wir, zumindest in Teilen, normale Kontakte zu besonders gefährdeten Angehörigen und Freunden ermöglichen.“