Unabhängige Beratung für Menschen mit Behinderungen auch in Lübeck vom Bund gestärkt

Bild: Gabriele Hiller-Ohm

Unabhängige Beratungsangebote für Menschen mit Behinderungen sind eine wichtige Orientierungshilfe. Deshalb werden sie jetzt weiter ausgebaut. Seit Januar 2018 gibt es ergänzende unabhängige Teilhabeberatungen (EUTBs) für Menschen mit Behinderungen – zwei Beratungsstellen davon sind in Lübeck. Diese Angebote werden fast vollständig vom Bund getragen und gehen nun mit ihren Folgebewilligungen in die zweite Förderphase. Ab 2023 werden die EUTBs dauerhaft verstetigt und erhalten eine Aufstockung der Bundesmittel von acht Millionen auf insgesamt 67 Millionen Euro. Dazu äußert sich die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD):

„Das sind tolle Nachrichten für Menschen mit Behinderungen. Die Angebote der Unabhängigen Teilhabeberatungsstellen werden gebraucht und wurden seit Bestehen der Einrichtungen sehr gut angenommen. So haben fast alle der 500 EUTBs in Deutschland eine Folgebewilligungen erhalten – auch die neun Beratungsstellen in Schleswig-Holstein, die von der Diakonie geführt wurden und ihre Dienste eingestellt haben. Nun übernimmt die Gesellschaft für paritätische Soziale Dienste (GPS) die Beratungsstellen. In den letzten Wochen hatte es in diesem Zusammenhang viele Diskussionen um die Arbeit der Gesellschaft für soziale Unternehmensberatung (gsub) gegeben, die für die Koordination der EUTBs im Auftrag des BMAS zuständig ist. Diese war auch der Grund für den Rückzug der Diakonie.

Ich bin froh, dass die EUTBs nun weiterbestehen und auch die Arbeitsplätze gesichert sind. Bei uns in Lübeck war die EUTB in der Fackenburger Allee 11 von einer möglichen Schließung bedroht, die nun abgewendet werden konnte. Die EUTB in Fünfhausen 1 wird von einem Verein getragen und besteht ebenfalls weiter.

Der Wert der EUTBs besteht vor allem im Peer-to-Peer-Angebot, nach dem beraten wird. Das heißt, Menschen mit Behinderungen unterstützen Menschen mit Behinderungen. Beratungen finden somit auf Augenhöhe statt und die Beratenden können durch ihre eigenen Erfahrungen viel besser auf die jeweiligen Bedürfnisse der Ratsuchenden eingehen. Dieser Ansatz hat sich bewährt, wie das BMAS heute in seiner Evaluation zu den EUTBs mitteilte.

Um die Zusammenarbeit der Träger mit der gsub zu verbessern, die zuletzt wegen ihres harschen Umganges mit den einzelnen EUTBs in der Kritik stand, werden mehrere Fortbildungen veranstaltet.

Und noch eine gute Nachricht für die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen: langfristig sollen alle Berater und Beraterinnen der EUTBs sozialversicherungspflichtig beschäftigt und tariflich entlohnt werden. Auch dies ist ein richtiger Schritt zur Verstetigung und Qualitätssicherung der Beratungsleistungen. Darüber hinaus wird ein Dialog mit den Ländern geführt, in den sich die Institutionen einbringen und ihre Erfahrungen teilen können. So ist auch die inhaltliche Weiterentwicklung dieses so wichtigen Beratungsangebotes in Zukunft gewährleistet.“