Nord-SPD beschließt Bundestagsliste mit neuer Spitzenkandidatin

29.01.2017 |

Die schleswig-holsteinische SPD geht mit ihrer stellvertretenden Vorsitzenden Bettina Hagedorn (Wahlkreis Ostholstein und Nordstormarn) an der Spitze in den Bundestagswahlkampf. Ein Parteitag in der Lübecker MuK wählte die 61-Jährige am Sonntag auf Platz eins der Landesliste.

Lübeck. Mit Top-Ergebnissen für ihr Führungspersonal um Ministerpräsident Torsten Albig und Landesparteichef Ralf Stegner hat die SPD in Schleswig-Holstein vor der Landtagswahl am 7. Mai Geschlossenheit und Kampfbereitschaft demonstriert. Albig erhielt auf dem dreitägigen Parteitag in Lübeck bei seiner Kandidatur um Listenplatz eins 98,4 Prozent - und damit noch mehr als 2012 (96,7). 190 Delegierte stimmten am Samstag für Albig, 2 gegen ihn, einer enthielt sich.

SPD, Grüne und SSW (Südschleswigscher Wählerverband) wollen nach der Wahl ihre Koalition erneuern. Die jüngste Umfrage im Dezember sah für das Bündnis allerdings keine Mehrheit.

In einer leidenschaftlichen Rede rief Albig am Sonntag dazu auf, entschlossen für einen Sieg bei der Wahl zu kämpfen und an die eigene Kraft zu glauben. Er kündigte einen „saustarken Wahlkampf“ an. Die SPD wolle die mit Abstand stärkste Fraktion im Landtag werden und auch im Blick auf die Bundestagswahl zeigen, dass sie Wahlen gewinnen kann, weil sie das wolle, sagte Albig.

Die SPD wolle und könne auch verhindern, dass die AfD in den Landtag komme, sagte Albig. Die von Rechtspopulisten verbreitete Angst sei die „Vorbereitung der Wegnahme unserer Rechte“. Die Gesellschaft müsse aber auf sich selbst aufpassen. „Nie wieder lassen wir uns von euch die Freiheit wegnehmen“, rief Albig aus. Er bekräftigte sein Bekenntnis zu einer humanitären Flüchtlingspolitik und beschwor den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Große Ziele für Landtagswahl

Die SPD will bei der Wahl stärkste Kraft in Schleswig-Holstein werden. Derzeit ist der Landesverband mit neun Abgeordneten in Berlin vertreten. „Wir gehen selbstbewusst in die Bundestagswahl, um sie zu gewinnen“, sagte SPD-Bundesvize Ralf Stegner. 2013 zogen zwei SPD-Abgeordnete als siegreiche Wahlkreis-Direktkandidaten - in Kiel und Lübeck - in den Bundestag ein und sieben über die Landesliste.

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Mit der Entscheidung für Ex-EU-Parlamentspräsident Martin Schulz als Kanzlerkandidat und künftigem Parteichef sei ein Ruck durch die SPD gegangen, sagte Bundesparteivize Stegner. In den letzten drei Tagen seien allein online 45 neue Mitglieder in die Nord-SPD eingetreten.

Quelle: Lübecker Nachrichten Online