Lebenslauf

"Frau Hiller-Ohm, ich habe gehört, dass Sie einen bewegten beruflichen Werdegang haben. Stimmt das?"

Ja, das kann man sagen. Ich wurde 1953 in Lübeck geboren und war alleinerziehende Mutter zweier inzwischen erwachsener Kinder. Nach der Schule habe ich an der Universität Hamburg Germanistik, Geschichte und Pädagogik studiert. Das war mir zu "kopflastig", deshalb begann ich mit knapp 30 Jahren eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin. Anderthalb Jahre habe ich das gemacht - eine spannende Zeit; ich war die einzige Frau unter den Auszubildenden.

Anschließend habe ich mehrere Jahre als Redakteurin gearbeitet, bis ich 1987 in den Öffentlichen Dienst an die Fachhochschule Lübeck wechselte. Dort habe ich die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aufgebaut und 1997 die Leitung des LEONARDO-Büros der FH Lübeck übernommen. Ich vermittelte Studierende aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern für Praktika in ausländische Unternehmen und förderte sie über das europäische Berufsbildungs- und Mobilitätsprogramm LEONARDO DA VINCI. Über die internationale Zusammenarbeit mit Hochschulen und Unternehmen habe ich gute Einblicke in die Bildungs- und Wirtschaftspolitik der Länder Europas gewonnen. 

"Und wie sind Sie dann Bundestagsabgeordnete geworden?"

Lebenslauf

Voraussetzung meiner Nominierung der Partei zur Bundestagskandidatin war mein langjähriges Engagement in der SPD. 1983 bin ich in die Partei eingetreten und wurde 1990 in die Lübecker Bürgerschaft gewählt. Hier habe ich als Senatorin für Erwachsenenbildung nicht nur politische, sondern auch praktische Erfahrungen in der städtischen Verwaltung gesammelt. Später habe ich mich als Fraktionsvorsitzende vor allem für die finanziellen und wirtschaftlichen Belange Lübecks eingesetzt, so unter anderem im Wirtschafts- und im Hauptausschuss der Bürgerschaft sowie als Aufsichtsratsvorsitzende in der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG).

Als Aufsichtsratsvorsitzende der Hochschulstadtteil Entwicklungsgesellschaft (HEG) begleitete ich aktiv die Entwicklung und Realisierung eines neuen Stadtteils in Lübeck. Auch als Aufsichtsrätin der städtischen Gesellschaft Koordinierungsbüro Wirtschaft in Lübeck (KWL) unterstützte und kontrollierte ich wichtige Wirtschaftsprojekte in der Region.

In der bundespolitischen Arbeit profitiere ich stark von diesen vielfältigen Aufgaben und meinem beruflichen Hintergrund. Ich bin deswegen sehr froh über meinen „bewegten Werdegang“.

"Hat sich denn der Sprung von der Kommunalpolitik in die Bundespolitik gelohnt?"

Ich war sehr gerne Kommunalpolitikerin, aber auch die Arbeit im Bundestag ist eine große Herausforderung. Sie ist total spannend, ich kann viel für meinen Wahlkreis bewegen – deswegen: ja, es hat sich gelohnt.

Im Oktober 2002 bin ich in den Bundestag eingezogen. In meiner ersten Wahlperiode war ich als Mitglied im Ausschuss für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, im Ausschuss für Tourismus und im Unterausschuss für Bürgerschaftliches Engagement tätig.

Seit der Bundestagswahl 2005 gehöre ich nun dem Ausschuss für Arbeit und Soziales und dem Tourismusausschuss an. Weiterhin bin ich ein stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft. Seit dem Jahr 2014 bin ich zudem tourismuspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion.

In den letzten Jahren habe ich federführend mehrere Anträge für gute touristische Rahmenbedingungen erarbeitet, die gerade für das Land Schleswig-Holstein bedeutend sind, beispielsweise für den Ostsee-, Rad- und Landtourismus.

Des Weiteren bin ich unter anderem Mitglied der SPD-Arbeitsgruppen Verteilungsgerechtigkeit, Inklusion und gehöre der Küstengang an, einem Zusammenschluss sozialdemokratischer Abgeordneter aus den norddeutschen Ländern.

Ich gehöre innerhalb der SPD-Fraktion der Parlamentarischen Linken an und bin stellvertretende Vorsitzende der Landesgruppe Schleswig-Holstein.

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