Aktueller denn je - Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen

23.11.2017 |

Jede dritte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt. Darüber wird immer noch viel zu oft geschwiegen. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der seit 1991 jedes Jahr als Internationaler Gedenktag am 25. November 2017 begangen wird, will die gesellschaftliche Debatte vorantreiben und Veränderungen bewirken. Hierzu erklärt die für Lübeck und die Ämter Berkenthin und Sandesneben zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Lübeck, Gabriele Hiller-Ohm:

Jede dritte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt. Darüber wird immer noch viel zu oft geschwiegen. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, der seit 1991 jedes Jahr als Internationaler Gedenktag am 25. November 2017 begangen wird, will die gesellschaftliche Debatte vorantreiben und Veränderungen bewirken. Hierzu erklärt die für Lübeck und die Ämter Berkenthin und Sandesneben zuständige SPD-Bundestagsabgeordnete und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) Lübeck, Gabriele Hiller-Ohm:

„Gewalt gegen Frauen ist die am weitesten verbreitete Verletzung der Menschenrechte. Immer noch! Der Internationale Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ weist darauf hin und zeigt mit zahlreichen Aktionen, wie aktuell dieses Problem ist, aber auch welche Fortschritte es gibt und wo Hilfsangebote bereit stehen.

So trat vor genau einem Jahr, im November 2016, die von Justizminister Heiko Maas (SPD) energisch forcierte Gesetzesreform „Nein heißt Nein“ in Kraft. Damit haben wir sichergestellt, dass inzwischen alle nicht einvernehmlichen sexuellen Handlungen unter Strafe stehen – auch das sogenannte „Grapschen“. Allerdings gehört dazu auch immer die Anzeige der jeweiligen Straftat, ohne die ein Täter nicht vor den Richter gestellt wird.

Das war ein wichtiger und lange überfälliger Schritt. Aber eine Gesetzesreform allein reicht noch nicht. Es darf kein Machtgefälle zwischen Männern und Frauen mehr geben, deshalb muss die Diskussion um Gleichstellung weitergeführt werden. Seit einigen Wochen beherrscht der Hashtag #metoo die Debatte. Ausgelöst durch den Skandal um den Filmproduzenten Harvey Weinstein, melden sich immer noch fast täglich prominente und nichtprominente Frauen, die Opfer von sexueller Belästigung oder von Angriffen geworden sind. Das ist gut so, denn es mahnt uns, endlich intensiv tätig zu werden und aus kleinen Schritten in Richtung Gleichstellung große werden zu lassen.

Die immer gleiche Forderung nach Entgeltgleichheit müssen wir mit einem beherzten Entgeltgleichheitsgesetz umsetzen. Es darf keine Lohnungleichheit mehr geben. Das Lohntransparenzgesetz, das wir als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in der letzten Wahlperiode gegen allergrößte Widerstände von CDU/CSU auf den Weg gebracht haben, war ein erster Schritt in die richtige Richtung – weitere Schritte müssen folgen, so lange bis Entgeltgleichheit als ein Aspekt von Gleichstellung zwischen Mann und Frau in Deutschland erreicht ist.

Eine andere besonders traurige Facette beim Thema Gewalt stellen Übergriffe auf Frauen mit Behinderungen dar. Dieses Problem wurde lange tabuisiert. Hier konnten wir im Bundesteilhabegesetz einige Verbesserungen erreichen, über die wir in einer Veranstaltung beim Verein Mixed Pickles e.V. diskutieren wollen. Dazu lade ich als Vorsitzende der ASF Lübeck herzlich ein:

„Frauen in Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen

und die Rolle der neuen Frauenbeauftragten“,

Samstag, 25. November 2017 um 14 Uhr im Verein Mixed Pickles e.V., Schwartauer Allee 7.

Um Anmeldung wird gebeten unter E-Mail: asf-luebeck@gmx.de