Alleinerziehende alleingelassen - Hiller-Ohm zur Veröffentlichung der Bertelsmann-Studie über Kinderarmut

26.10.2017 |

Zu beklemmenden Ergebnissen kommt eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung. Etwa jedes fünfte Kind lebt in Deutschland über einen Zeitraum von fünf Jahren in Armut. Viele dieser Kinder bleiben arm. Besonders schwer haben es nach wie vor Kinder von Alleinerziehenden. Dazu erklärt die für Lübeck und die Ämter Berkenthin und Sandesneben zuständige Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD):  

„Das Armutsrisiko für Alleinerziehende und ihre Kinder hat sich in den letzten zehn Jahren leider weiter erhöht. Die Erkenntnis ist nicht neu, aber die jetzt vorliegende Studie der Bertelsmann-Stiftung zur Kinderarmut in Deutschland bestätigt dies wieder eindrucksvoll. Arme Kinder bleiben öfter sitzen, sie haben weniger gute Noten, leiden an gesundheitlichen Problemen und verfügen weniger über soziale Kontakte als Gleichaltrige, die aus wohlhabenden Familien kommen. Und was besonders bedrückend ist: Alleinerziehenden gelingt es zu selten, sich und ihre Kinder aus der Armut zu befreien.

Unter den rund 1,6 Millionen Alleinerziehenden sind etwa 90 Prozent Frauen und 2,3 Millionen minderjährige Kinder. Eines der großen Probleme für sie ist es, Erwerbsarbeit und Kinderbetreuung miteinander zu vereinbaren: viele Mütter müssen etwa von ihrer Vollzeit- in eine Teilzeitstelle wechseln, wenn kleine Kinder versorgt werden müssen. Möchten sie einige Jahre später aus der Teil- wieder in ihre Vollzeitstelle zurück, bleibt ihnen der Weg versperrt und sie sitzen in der Teilzeitfalle. Bereits im Koalitionsvertrag der Großen Koalition war das Rückkehrrecht Vollzeit fest verankert. CDU/CSU haben das bereits fertige Gesetz verhindert. Die SPD wird aus der Opposition heraus jedoch weiter für das Rückkehrrecht in Vollzeit kämpfen.

Darüber hinaus müssen Programme wie KitaPlus fortgeführt werden, die helfen in Kitas flexible Öffnungszeiten anzubieten. Für junge alleinerziehende Mütter in Ausbildung beispielsweise sind flexible Öffnungszeiten ein großer Gewinn. Ganz wichtig sind endlich auch gebührenfreie Kitas für alle, die die SPD bereits im Wahlprogramm gefordert hat.

Auch der Mindestlohn darf nicht stagnieren, 8,84 Euro pro Stunde reichen auf Dauer nicht, um sich selbst und Kinder aus der Armut zu befreien.“