Brückenteilzeit - Arbeitszeit, die zum Leben passt!

18.04.2018 |

Mit dem Gesetzentwurf zur Brückenteilzeit, den Bundesarbeitsminister Hubertus Heil jetzt vorgelegt hat, unterstützen wir vor allem viele Frauen, die in der Teilzeitfalle stecken, ihren Anspruch auf eine Rückkehr zur vorherigen Arbeitszeit durchzusetzen. Dazu äußert sich die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD): 

„Die Brückenteilzeit ist eines der gesetzlichen Vorhaben, die Bundesarbeitsminister Hubertus Heil in den ersten 100 Tagen umsetzen will. Ich begrüße die Regelung, die zu mehr selbstbestimmter, an den Bedürfnissen unterschiedlicher Lebensphasen orientierter Arbeitszeit führen wird. Unsere Arbeitswelt befindet sich im Wandel. Es gibt keine Lösung, die für alle passt. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen einen sicheren Rahmen für mehr Arbeitszeitflexibilität. Es darf nicht sein, dass immer noch 1,8 Mio. Beschäftigte, davon überwiegend Frauen, in der Teilzeitfalle stecken. Viele wollen gerne länger arbeiten. Künftig sollen sie diesen Wunsch leichter durchsetzen und zugleich ausreichend für ihre Rente vorsorgen können.

Denn es muss für Beschäftigte sicher sein, dass sie nach einer Teilzeitphase wieder in ihre alte Arbeitszeit zurückkehren können. Dafür wollen wir die Brückenteilzeit gesetzlich festlegen  ̶  als Teil einer modernen und zukunftsgewandten Arbeitsmarktpolitik. Sie soll aber nicht nur den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, die zukünftig in Teilzeit gehen möchten, sondern auch denen, die bereits heute in Teilzeit arbeiten und wieder zurück in ihre alte Arbeitszeit möchten. Die Brückenteilzeit wird sowohl die Lebensplanung von Beschäftigten erleichtern als auch den Unternehmen mehr Planbarkeit ermöglichen. Darauf baut der Koalitionsvertrag.

Auch bei der Arbeit auf Abruf wird es mehr Planbarkeit geben. Hier soll in Zukunft eine wöchentliche Arbeitszeit von 20 statt bisher zehn Stunden als vereinbart gelten, falls kein anderer Zeitrahmen vereinbart wurde. Zudem wird der Anteil der einseitig vom Arbeitgeber abrufbaren Zusatzarbeit auf nicht mehr als 25 Prozent der vereinbarten wöchentlichen Arbeitszeit begrenzt. Die Verringerung der vertraglichen Arbeitszeit darf höchstens 20 Prozent betragen. So wird sichergestellt, dass die Beschäftigten einen verlässlichen Lohn erhalten auch wenn wenig oder keine Arbeit angeboten wird.

In einigen Branchen und Regionen werden dringend Fachkräfte gesucht. Zugleich stecken viele oft gut und passend qualifizierte Beschäftigte in der Teilzeit fest. Die Brückenteilzeit ist ein Gewinn für alle – für Beschäftigte und auch für die Wirtschaft.“