Equal Pay Day am 18. März 2018 - Lohntransparenz gilt!

16.03.2018 |

Seit dem 6. Januar 2018 können Angestellte, die in Unternehmen ab 200 Beschäftigten arbeiten, ihren individuellen Auskunftsanspruch mit Hilfe des Lohntransparenzgesetzes geltend machen. Das Gesetz wurde vor einem Jahr verabschiedet und ist ein wichtiger Schritt um gleiches Entgelt für Frauen und Männer bei gleicher oder gleichwertiger Arbeit durchzusetzen. Dazu äußert sich die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD):  

„Zwar feiern wir in diesem Jahr 100 Jahre Frauenwahlrecht in Deutschland, aber die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern beträgt seit Jahren unverändert 21 Prozent. Dabei haben Frauen in Deutschland 2017 für eine Stunde Arbeit im Schnitt 16,59 Euro brutto verdient, Männer dagegen durchschnittlich 21 Euro. Das ist deprimierend, trotzdem gibt es aber auch Anlass zu Optimismus.

‚Transparenz gewinnt‘ lautet das Motto des diesjährigen Equal Pay Days und in der Tat kann uns das Lohntransparenzgesetz helfen, mit dem typisch deutschen Tabu zu brechen, nämlich‚ dass über das Gehalt nicht geredet wird. Dabei ist genau das notwendig, wenn wir in Sachen Gleichstellung vorankommen wollen.

Wer den Verdacht hat, aufgrund seines Geschlechts ungleich bezahlt zu werden, kann das Gespräch mit Vorgesetzten, Gleichstellungsbeauftragten oder dem Betriebsrat suchen und entsprechend neu verhandeln. Nicht immer entsteht Lohndiskriminierung aus böser Absicht. Unternehmen können beispielsweise ihr Lohngefüge mit dem Gleichbehandlungs-Check (gb-check.de) oder dem Entgeltgleichheits-Check (eg-check.de) überprüfen. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes bietet beide Programme zum Download an. Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen können sich auch an die neu eingerichtete Kontaktstelle für Unternehmen, das Fair Pay Innovation Lab (FPI) wenden. Das FPI unterstützt Unternehmen und Organisationen bei der praktischen Umsetzung von Lohngerechtigkeit.

Es ist sehr wichtig, dass sich möglichst viele Frauen mit dem Thema intensiv auseinandersetzen. Nur so können wir weiter kommen und Erkenntnisse gewinnen, um die Lohnungleichheit zu überwinden!“