Hiller-Ohm: Traditionsschifffahrt nicht kaputtmachen

15.11.2017 |

Zur aktuellen Entwicklung der Neufassung der Sicherheitsverordnung für Traditionsschiffe erklärt die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD):

„Der Umgang des Bundesverkehrsministeriums mit der Traditionsschifffahrt ist unverantwortlich. Seit einem Jahr drängt die SPD auf einen konstruktiven Dialog des CSU-geführten Ministeriums mit den Verbänden der Traditionsschiffe, um die geplante Verordnung zu entschärfen. Doch immer noch hat sich unter den Ministern Dobrindt und Schmidt nichts getan: Weder wurden ein ausführlicher Fragenkatalog des Dachverbands GSHW vom letzten Dezember beantwortet noch substanzielle Gespräche mit den Verbänden geführt. Die größtenteils ehrenamtlich betriebenen Vereine müssen deshalb weiter um den Fortbestand ihrer jahrzehntelang gepflegten Traditionssegler bangen.

Der geschäftsführende Bundesverkehrsminister Schmidt sagt, er wolle die Traditionsschifffahrt erhalten. Dann darf der Minister aber keine praxisferne Verordnung unterschreiben, die die Hälfte des Bestands der deutschen Traditionssegler in ihrer Existenz bedroht. Es ist höchste Zeit, sich – wie längst zugesagt – mit den betroffenen Verbänden und Vereinen endlich an einen Tisch zu setzen und Lösungen mit Augenmaß für die offenen Probleme zu finden. Nur im ernsthaften Dialog können praxistaugliche Regelungen für die ehrenamtlichen Besatzungen, die bauliche Beschaffenheit und Brandschutzauflagen entstehen, mit denen dieses gewachsene maritime kulturelle Erbe, auch in Lübeck und Schleswig-Holstein, erhalten bleiben kann. Ich fordere deshalb auch die CDU-, FDP- und Grünenabgeordneten aus Schleswig-Holstein dazu auf, in Berlin Druck zu machen und mit zu verhindern, dass die Traditionsschifffahrt kaputt gemacht wird. Die Travemünder oder Kieler Woche ohne Traditionssegler – das darf nicht sein!“