Ab in die USA!

Anlässlich des 300. Jahrestages der ersten deutschen Einwanderung nach Amerika wurde 1983 ein gemeinsames Jugendaustausch-Programm des Deutschen Bundestages und des Kongresses der USA ins Leben gerufen. Jugendliche aus Deutschland und den USA erhalten ein Stipendium für ein Austauschjahr im jeweils anderen Land. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten sind ein Jahr lang „junge Botschafter“ für die politischen und kulturellen Werte ihres Landes.

Mir ist ganz wichtig, zu betonen, dass es bei der Vergabe des Stipendiums nicht auf Noten, Englischkenntnisse oder das Portemonnaie der Eltern ankommt. Viel wichtiger ist eine gesunde Neugier auf ein spannendes Jahr in den USA.

Am Parlamentarischen Patenschaftsprogramm (PPP) können Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 bis 17 Jahren sowie junge Berufstätige bis 24 Jahren teilnehmen. Die Schüler besuchen in den USA eine High School, die Berufstätigen ein Community College oder eine vergleichbare Einrichtung und absolvieren anschließend ein Praktikum in einem amerikanischen Betrieb. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten wohnen üblicherweise in Gastfamilien.

Seit Mai 2017 läuft die Bewerbungsphase für das 35. PPP 2018/2019. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich wieder viele Jugendliche aus Lübeck und den Ämtern darauf bewerben. Alle Informationen zum Programm finden Sie hier.

Denn schon häufig konnten auch Jugendliche aus Lübeck und den Ämtern Berkenthin und Sandesneben am PPP teilnehmen und ich durfte ihnen als Patin zur Seite stehen. Im Schuljahr 2016/2017 bin ich wieder einmal Patin eines Stipendiaten. Christoph Evers lebt und lernt momentan in den USA.

Ich stehe regelmäßig in Kontakt mit Christoph und folge seinem Blog, in dem er anschaulich von seinen Erfahrungen in den USA berichtet.
 

Hier können Sie seine direkt von seinen Erfahrungen lesen. Viel Spaß dabei!

April Bericht 2017 "Washington, D.C."

Hettinger May 4, 2017

Mein April hier in den USA war bis auf die letzte Woche gar nicht so spannend wie ich gedacht hätte. Oder ich habe mich einfach daran gewöhnt so viele Abenteuer zu erleben...

Über Ostern bin ich mit meiner Gastfamilie Zuhause geblieben und zusammen haben wir Hausarbeiten erledigt. Wir haben den Garten zurück aus dem Winterschlaf geholt, die Garage aufgeräumt und mein Gastbruder und ich haben den Zaun um das Haus fertig gestellt. Zudem habe ich den Monat genutzt um weitere “Community Hours“ zu arbeiten.

Die letzte April Woche war dafür, aber umso aufregender. Ich bin zusammen mit der Senior Klasse meiner Schule ein weiteres Mal nach Washington D.C. geflogen. Unsere Woche war vollgepackt. Vollgepackt mit politischen Workshops, Gesprächen und Debatten. Besonders begrüßt habe ich, dass wir zusammen mit etwa 300 weiteren Schülerinnen und Schülern aus 17 Bundesstaaten in D.C. waren. Vom liberalen Minnesota bis zum sehr konservativen Alaska war alles vertreten. Dies hat natürlich politische Debatten sehr interessant gemacht, da wir so viele unterschiedliche politische Sichtweisen hatten.

Neben den klassischen Denkmälern wie dem Lincoln, dem Jefferson und dem Theodore Roosevelt Memorial, haben wir u.a. auch das Kapitol, Weiße Haus, Library of Congress, Supreme Court sowie die Denkmäler 2. Weltkriegs und die der Kriege in Vietnam und Korea besucht.

Ein persönliches Highlight war dieses Mal, dass wir die Möglichkeit hatten mit unseren beiden Senatoren und unserem Kongressabgeordneten zu reden. Unser Kongressabgeordneter Kevin Cramer ist republikanisch und hat natürlich viel darüber geredet, was alles in den nächsten Jahre unter Präsident Trump geändert/verbessert werden soll. Selbstverständlich befürwortet er Trumps Klimapolitik. Zudem befürwortet er auch einen Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen, da dieses der Entwicklung der USA im Wege stehen würde. Des Weiteren kämpft er auch dafür, dass das Gesundheitssystem von Obama, auch genannt Obamacare welches unserem System ähnelt, deutlich reformiert wird.

Ein weiteres sehr ausführliches Gespräch hatten wir mit unserer demokratischen Senatorin Heidi Heitkamp, die ich wiederum sehr sympathisch fand. Sie hat uns erklärt, warum Obamacare so wichtig ist und beibehalten werden muss. Zudem hat sie uns auf die Gefahren des Klimawandels hingewiesen und sich damit gegen die Klimapolitik von Trump gestellt. Außerdem hat sie uns auf die Militärpolitik von Trump aufmerksam gemacht. Nordkorea und Russland sollen stark beobachtet und zurück gewiesen werden. Zudem hat sie ihre Sorgen mit uns um Europa durch Russland und Putin geteilt. Sie hält Putin für einen ganz gefährlichen Mann. Zum Schluss unseres Gespräches hat uns Senatorin Heitkamp noch darauf aufmerksam gemacht, dass wir die Zukunft dieser Welt sind und, dass wir für unsere Werte und Überzeugungen einstehen und (friedlich) kämpfen sollen.

März Bericht 2017 "Über Australien zum Prom bis hin zum Golfen" 

Hettinger April 6, 2017

Am Ende jeden Monats, mache ich immer einen kleinen persönlichen Rückblick über meine Erlebnisse. Dabei fällt mir erst jetzt auf, dass der März ganz schön “busy” für mich war.

Gleich zum Anfang des Monats, hatten wir Besuch von einem australischen Pärchen in der Schule. Seit Jahren reisen die beiden quer durch die Nordstaaten und besuchen High Schools um Schülern die australische Kultur nahe zu bringen. Am meisten hat mich der “Willkommens Tanz” der Ureinwohner Australiens, der Aborigines, begeistert. Den musste ich selbstverständlich ausprobieren. Übrigens sagt man in Australien “G’day” um “Hallo” zu sagen.

Außerdem habe ich diesen Monat angefangen meine “Community Hours” abzuarbeiten. Dazu ist zu erwähnen, dass jeder PPP-Stipendiat und jede Stipendiatin mindestens 50 freiwillige Sozialstunden arbeiten sollte. Ich begrüße das, da man mit Bewohnern aus der ganzen Stadt in Kontakt kommt.

Ich habe mir für meine Sozialstunden ganz unterschiedliche Arbeiten ausgesucht. Unter anderem habe ich bei uns in der Stadtbibliothek Laub geharkt und bei uns in der Schule die Musikbibliothek neu organisiert.

Neben dem ganzen arbeiten, war ich im März auch mit meiner Band- und Chor-Klasse unterwegs. Anfang des Monats war ich zusammen mit meiner Band in unserer Landeshauptstadt, Bismarck unterwegs. Dort haben wir uns nicht nur für das “State Band Championship” qualifiziert, sondern wir sind auch „Regional Champions“ geworden. Knapp zwei Wochen später waren wir dann mit dem Chor in der Assumption Abbey in Richardton, North Dakota. Dort durfte ich zusammen mit meiner Gruppe “Dreams of Thee” singen. Zusammen hat meine Schule unerwartet den ersten Platz belegt und wir haben uns ebenfalls für das “State Chior Championship” qualifiziert.

Zum Ende des Monats hatten wir Prom. Prom kann man vergleichem mit einem Maturaball. In den USA hat Prom einen sehr hohen Stellenwert. Für viele Schülerinnen und Schüler gehört es zu den wichtigsten Ereignissen im Schuljahr.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass ich nun ein aktiver Golfer bin. Nachdem bei uns die Wrestling Saison vorbei ist, habe ich mich für’s Golfen angemeldet. Golf ist hier in den USA ein Massensport wie bei uns Leichtathletik.

 

Februar Bericht 2017 “Trump und Wrestling” 

Hettinger; February 26, 2017

Gut einen Monat ist es nun her, dass Donald J. Trump zum Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt worden ist. Seitdem vergeht kaum ein Tag, an dem der neue Präsident keine neuen Schlagzeilen produziert. 

Doch was kommt eigentlich von Trumps neuen Gesetzen hier in North Dakota an? Mein persönliches Empfinden: Was hier sehr stark ankommt ist der Umweltschutz. Es gibt seit Jahren ein Öl-Pipeline Projekt, welches unter der Regierung von Barack Obama gestoppt worden ist. Jedoch hat Trump vor, dieses Projekt wieder zu beleben. Ein Teil dieser Öl-Pipeline soll unter anderem fünf Kilometer von Hettinger entfernt gebaut werden. Großen Protest gibt es bei der Pipeline, weil dafür unter anderem Privatgrund enteignet werden soll und die Pipeline unter wichtige Trinkwasserquellen gebaut werden soll.

Ein weiterer Punkt ist die Krankenversicherung. Trump hat bereits einen Teil der Leistungen von Obamas eingeführtem Krankversicherungssystem auf Eis gelegt. Für viele heißt dies, trotz einer Krankenversicherung die monatlich einen großen Teil des Einkommens verschlingt, mehr Zuzahlung bei medizinischem Bedarf.

Der “Muslim Ban” ist ebenfalls ein sehr großer Punkt welcher sehr viel Empörung weltweit auf sich gezogen hat. Neben Menschen aus muslimisch geprägten Ländern die Einreise zu verweigern, sah das Gesetz des Präsidenten sogar vor, gültige Aufenthaltsgenehmigungen zu entziehen. Ich persönlich habe einige muslimischen Freunde, die genau wie ich auch gerade ein Auslandsjahr hier in den USA machen, und Angst hatten abgeschoben zu werden. Glücklicherweise hat ein Gericht den „Muslim Ban“ annulliert, da es gegen gültige Gesetze verstößt.

Wie stehen die Wählerinnen und Wähler hier in North Dakota dazu? North Dakota ist ein sehr republikanisch geprägter Staat. Rund 63 Prozent republikanisch wurde hier im vergangenem November gewählt. Auch gut einen Monat nach dem Amtsantritt Trumps ist die Mehrheit der Bevölkerung North Dakotas glücklich mit ihrem neuen Präsidenten. 

Neben neuen Gesetzen aus dem Weißen Haus und dem Kongress gibt es aber auch neue aus unserem State Parliament (Deutsch für “Landtag”) von North Dakota. Unter anderem wurden die Waffengesetzte hier etwas gelockert, was den Erwerb von Schnellschusswaffen deutlich erleichtert. Hier in North Dakota ist es übrigens ganz normal, dass man in Supermärkten voll funktionsfähige Waffen kaufen kann. Zudem müssen diese Waffen noch nicht mal registriert werden.

Was sehr traurig an diesen ganzen Waffengesetzen ist, ist dass theoretisch Waffen mehr Rechte hier in North Dakota haben als Schwule, Lesben oder Bisexuelle. Zudem ist Diskriminierung von Schwulen, Lesben und Bisexuellen ganz legal in North Dakota. Und die Öffentlichkeit befürwortet es. Dies hat zu Folge, dass viele aus der LGBT-Community (Abkürzung für “Lesbian, gay, bisexual and transgender”) in liberalere Staaten wie Illinois ziehen.   

Neben Gesetzen die bei uns in Europa für riesige Empörung sorgen würde, wurde hier in North Dakota ein Gesetz verabschiedet, welches ich persönlich begrüße. Ein neues Gesetz besagt, dass enteignete Besitztümer nach Beendigung von staatlichen Projekten unverzüglich mit einem Schadensausgleich an die rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben sollen.

Persönlich sehe der Zukunft besorgt entgegen. Wenn ein Präsident in einem Monat, für so viel Ärger und Schlagzeilen sorgt, was kommt dann auf uns in den nächsten Monaten und Jahren noch zu?

Hinter den politischen Ereignissen geht das normale Leben aber auch weiter. In diesem Monat hatte ich gemeinsam mit meiner Wrestlingmannschaft das “North Dakota State Champion”-Turnier. Es war in Fargo. Fargo ist die größte Stadt in diesem Staat und ist etwa 6 Stunden Autofahrt von Hettinger entfernt. Vier lange Monate tägliche harte Arbeit hat sich ausgezahlt: Gemeinsam mit meinem Team habe ich den ersten Platz geholt. Wir sind somit State Champion im Wrestling.  Dies war nicht nur für mich, sondern für das ganze Team eine atemberaubende Erfahrung.

Halbzeit in Amerika 

Christoph ganz links mit seiner Gastfamilie

Hettinger, Jan-22-2016

Liebe Gabi,

liebes Team GHO,

nun bin ich seit 5 Monaten in den USA. Dies möchte ich dazu nutzen, um ein paar Gedanken zu teilen.

Als ich Mitte August hier in die USA gekommen bin, war ich als erstes komplett erschlagen. Alles sah anders aus, alles war größer, die Gebäude, die Autos, alles war irgendwie anders.

Zudem wusste ich zeitweise auch nicht wohin mit meinen Gefühlen. Als ich in Hamburg ins Flugzeug Richtung USA gestiegen bin, wusste ich, dass es erst ein Zurück in 10 Monaten geben würde. Ich werde bei mir bis dahin völlig fremden Menschen wohnen und ein komplett neues Umfeld von heute auf morgen haben. Außerdem habe ich schnell gemerkt, dass das gesprochene Englisch hier etwas anders ist als das, welches ich in der Schule gelernt habe.

All diese Gefühle und Gedanken die mir Sorgen und auch anfangs Bauchschmerzen bereitet haben, machen mir heute überhaupt keine Probleme mehr. Dies verdanke ich meiner super Gastfamilie, die sich sehr darum bemüht mir ein spannendes und aufregendes Jahr zu ermöglichen.

Zudem versucht meine Gastfamilie mir so viel wie möglich zu zeigen. Neben dem “Mount Rushmore” und dem “Theodore Roosevelt Nationalpark” habe ich schon “Deadwood” und “Bear Country USA” in den Back Hills besucht.

Des Weiteren ist das Parlamentarische Patenschaftsprogramm (PPP) auch darum bemüht mir auch etwas von Amerika zu zeigen. So bin ich Mitte November gemeinsam mit 90 weiteren PPPlern aus den ganzen USA nach Washington D.C. geflogen. Dort haben wir das Weiße Haus und das Lincoln Memorial besucht und Gespräche mit Senatoren und Kongressabgeordneten geführt. Gemeinsam mit drei weiteren PPPlern aus meinem Staat habe ich mich über lokale Probleme und über die Zukunftspläne von Präsident Trump informiert. Zudem haben wir nochmal erläutert warum die Beziehung zwischen den USA und Deutschland nicht nur für uns sondern für die ganze so Welt wichtig ist. 

Ein weiterer großer Punkt ist der Sport. In den USA hat Sport einen extrem hohen Stellenwert. Es gibt hier ein sehr breites Sportprogramm, welches sich je nach Jahreszeit den Witterungsverhältnissen anpasst. Neben American Football und Baseball gibt es auch Volleyball, Basketball, Golf, Schwimmen, Wrestling und Track. Gleich zu Beginn des Schuljahres habe ich mich in die Footballmannschaft eingeschrieben. Mir hat Football sehr viel Spaß gemacht, da es ein Teamsport ist. Ich war etwas enttäuscht, da die Season nur sehr kurz war. Seit Ende Oktober bin ich deshalb im Wrestlingteam meiner Schule. Dies war anfangs etwas komplett Neues für mich, da Wrestling kein einfacher Sport ist und es gerne mit Verprügeln und schmerzhaften Kämpfen in Verbindung gebracht wird. Jedoch ist es ganz anders.

Den letzten Punkt, den ich teilen möchte ist das Wetter hier. Aufgrund der geographischen Lage von North Dakota haben wir hier kontinentales Klima. Kurz gesagt: heißer Sommer, kalter Winter. Als ich Anfang August hier her gekommen bin, hatten wir Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius im Schatten. Es gab hier zwischendurch  sogar Feldbrände aufgrund der Trockenheit. Seit November haben wir keinen schneefreien Tag mehr. Zudem hatten wir auch schon den ersten Blizzard. Die Temperaturen liegen bei bis zu -35 Grad Celsius. Dies war für mich anfangs besonders hart, da ich so eine Kälte noch nie gespürt habe. Und ich kann nur sagen, wenn der Wind bläst tut es ganz schön weh im Gesicht.

Jedoch muss man es positiv sehen. Durch den vielen Schnee hatten wir auch schon ein paar Schulausfälle.

Ganz liebe Grüße aus North Dakota

Christoph

 

Erster Erfahrungsbericht

PPP-Stipendiat Christoph Evers im Bear Butte State Park
Hettinger, Nov-6-2016

Liebe Gabi,

liebes Team Gabi!

Auch wenn etwas verspätet sende ich heute verspätete Grüße aus der Mitte der USA. Wie Ihr sicherlich wisst, ist meine neue und zweite Heimat in Hettinger, North Dakota. Zurzeit leben hier etwa 1200 Menschen.

Politisch ist meine Region sehr republikanisch geprägt, d.h. sehr viele Trump Wählerinnen und Wähler. Das liegt nicht zuletzt daran, dass viele ihre Waffen und ihr Geld lieben. Wir haben sehr viele vermögende Mitbürger hier, die meisten verdienen Ihr Geld mit der Landwirtschaft. Mit meiner Familie habe ich jedoch echt ein Glücksfang gemacht. In der Regel sind sie politisch auf der Seite der Demokraten. Sie sind sehr begeistert von Obama. Allerdings sind sie von Clinton nicht ganz so überzeugt. Nun sind es noch zwei Tage bis zur Wahl. Für Clinton sah es bisher ganz gut aus, allerdings mit der “Oktober-Überraschung” sieht es gar nicht mehr so klar aus. Es bleibt weiterhin sehr spannend.

Nun aber zu mir. Nachfolgend, möchte ich Euch von meinen Erlebnissen und “up and downs” hier aus den USA berichten.

Mein erster Tag begann eigentlich schon mit einer Panne. Nachdem ich in Frankfurt gelandet bin, 1,5 Stunden gewartet habe und ich dann endlich in mein Flugzeug Richtung Chicago einchecken wollte, stellte ich fest, dass meine Boardkarte ungültig war. Zum Glück haben mir die Mitarbeiter der Lufthansa gleich geholfen. Der Grund war, dass ich ein kostenloses Upgrade in die Business-Klasse bekommen habe. An sich nicht schlecht, jedoch waren alle anderen Austauschschüler, mit den ich zusammen geflogen bin, im hinteren Teil des Flugzeugs und ich im vorderen Teil…

Nach knapp 9 Stunden Flug bin ich dann endlich in Chicago angekommen. Zu meinem Erstaunen habe ich festgestellt, dass ich überhaupt nicht müde war. Die andern Austauschschüler und ich sind dann relativ schnell durch die Sicherheitskontrolle gehuscht, haben unsere Koffer zum Anschlussflug durchgecheckt und sind dann zu unseren Terminals gebracht worden. Dann hieß es auch schon wieder für mich weitere 8 Stunden auf meinen Anschlussflug warten. Knapp eine Stunde bevor mein Weiterflug starten sollte, hat sich das Gate geändert. Ich habe mich dann also ganz gemütlich auf den Weg gemacht, um mein neues Gate zu finden. Nach 45 Minuten habe ich es dann auch endlich, mit Hilfe eines Flughafenmitarbeiters gefunden (-niemand konnte ja auch ahnen, dass mein Terminal so groß ist und, dass das Gate am anderen Ende war).

Angekommen am Gate: -mein Flug hatte 45 Minuten Verspätung. Ich habe verzweifelt meine Gastfamilie versucht zu erreichen, was dann nachher auch irgendwie geklappt hat.

Nach 4 Stunden Flug bin ich nach rund 28 Stunden endlich in Raipid City in South Dakota angekommen. Dort wurde ich von meiner Gastmutter Carol, Gastschwester Reanne und Anastasia (aus der Ukraine, ebenfalls Austauschschülerin) empfangen. Ich war komplett erschöpft und sehr müde. Jedoch sind wir gleich vom Flughafen aus in die Stadt gefahren und haben mir die nötigsten Sachen besorgt (man bemerke: es war mitten in der Nacht. Jedoch haben viele Läden in größeren Städten rund um die Uhr auf). Von dort aus mussten wir noch 2,5 Stunden weiter nach Hettinger fahren. Ich war so überglücklich, als ich endlich in meinem neuen Zuhause angekommen bin. Obwohl ich sehr müde war, habe ich noch in der Nacht mein Koffer ausgepackt und meine Sachen in den Schrank einsortiert. Leider musste ich beim Öffnen feststellen, dass dieser komplett durchsucht worden war. Leider sind auch ein paar Gastgeschenke in die Brüche gegangen und mein Lieblingspullover ist verschwunden.

Dies war mein erster Tag in den USA.

Mein erster Schultag war für mich und meine ukrainische Gastschwester natürlich sehr aufregend. Alles war neu und wir wussten nicht was auf uns zukommt. Jedoch waren alle sehr nett und hilfsbereit. Meine ersten zwei Wochen waren natürlich nicht so spaßig. Ich hatte anfangs einige Verständigungsprobleme. -Alle haben hier sehr schnell gesprochen. Jedoch hat sich dies nach zwei Wochen sehr schnell gegeben. Heute bin ich in der Lage mit allen hier ganz normal zu kommunizieren. Ich bin echt erstaunt wie schnell sich mein Englisch verbessert hat. Ganz klar, ich mache immer noch einige grammatikalische Fehler, aber dies wird sich sicherlich auch schnell legen.

Allgemein zu der Schule hier ist zu sagen, dass der Schulstoff deutlich einfacher als bei uns ist. Gefühlt habe ich alles schon mal in der Schule gehabt. Am meisten gefällt mir hier der Unterricht in “US-History”. Mein Geschichtslehrer ist begeistert von Deutschland. Zudem hat er Deutschland auch schon zwei Mal besucht. Zurzeit haben wir das Thema Erster Weltkrieg. Und natürlich kenne ich die deutsche Vergangenheit sehr gut. Ich werde im Unterricht von meinen Mitschülern immer wieder schräg angeguckt, was ich selbstverständlich immer wieder als Gelegenheit nutze um unsere Vergangenheit genauer zu erklären und zu zeigen wie Deutschland sind in den letzten 70 Jahren verändert hat.

Des Weiteren, wird der Sport hier ganz groß geschrieben. In den ersten 10 Wochen habe ich American Football gespielt. Die Trainer waren sehr beeindruckt davon, wie viel Willensstärke ich beweisen kann. Jedoch war meine Laufbahn als Footballspieler gleich bei meinem ersten Spiel vorbei! Ich wurde am Ellenbogen verletzt und lag für den Rest des Spiels mit starken Schmerzen am Spielrand. Zurück Zuhause hat sich meine Gastmutter meinen Arm genauer anguckt und hat mich gleich mit Schmerzmitteln versorgt. Zum Glück ist meine Gastmutter Apothekerin in und weiß bei fast jeder Verletzung was zu machen ist. Nach genauerem Angucken meinte Sie, dass wir erst am nächsten Morgen zur Klinik fahren, da meine Behandlung dann günstiger sein würde. Ich war einverstanden, da meine Schmerzen nach den Schmerzmitteln nicht mehr so stark waren. Jedoch wurde mein Arm innerhalb von einer Stunde blau und eiskalt. Worauf meine Gastmutter direkt mit mir zu Klinkt gefahren ist. Nach den Untersuchungen stand fest, dass er zum Glück nur verstaucht war. Nun bin ich echt gespannt auf die Arztrechnung, die Mitte Dezember (natürlich kurz vor der Weihnachtszeit) kommen soll. :/

Nun fängt morgen die Wrestling Session an. Die meisten sind total begeistert davon und haben mich überredet es auszuprobieren. Da bin ich sehr gespannt.

Darüber hinaus ist meine Gastfamilie sehr darum bemüht, mir möglichst so viel wie möglich zu zeigen! Mein erster großer Ausflug ging in die Black Hills. Dort haben wir unter anderem die historische Stadt von Deadwood besucht. Die Geschichte der Stadt ist sehr interessant, diese kann man natürlich im Internet nachlesen (solltet Ihr mal machen) ;). Darüber hinaus haben wir Bear Country besucht. Dieser ist so ähnlich wie der Serengeti Park in Hodenhagen aufgebaut. Ich war davon nicht ganz so begeistert, da ich allgemein kein Freund von Zoos bin. Außerdem haben wir selbstverständlich den Mount Rushmore besucht. Dieser war sehr beeindruckend. Ich hatte mir die Präsidenten Köpfe deutlich kleiner vorgestellt.

Vorletzte Woche habe ich dann zusammen mit meiner Gastoma den Theodore Roosevelt National Park angeguckt. Dieser war atemberaubend. Nun plant meine Gastoma einen Wochen-Trip zu den Grand Canyons und zum vier-Staaten-Eck.

Nächste Woche werde ich vom PPP aus eine Woche mit 24 anderen PPPlern nach Washington D.C. reisen. Dort werden wir einige Workshops sowie Gespräche mit Abgeordneten im Capitol haben. Des Weitern werden wir dort einige Sehenswürdigkeiten uns angucken. -Ich bin sehr gespannt wie nächste Woche die Stimmung in D.C. nach der Wahl sein wird.

In diesem Monat möchte ich meinen ersten Artikel über die Lebensmittel/Ernährung auf meinem Blog veröffentlichen. Ich denke, gerade du Gabi darfst darauf gespannt sein. Vorweg kann ich aber schon mal sagen, dass ein Leben als Veganer/in hier sehr schwer und sehr teuer ist.

Ich hoffe, ich konnte Euch einen guten Einblick verschaffen. Zudem würde ich mich sehr freuen, wenn Ihr meinen Blog weiterhin verfolgen würdet. www.christoph-ppp.blogspot.de

Ganz liebe Grüße aus North Dakota,

Christoph

Leider konnte ich aufgrund meines nicht mehr allzu sportlichen Computers keine Fotos einfügen :(

PS: Liebe Gabi, ich möchte dir noch mal persönlich zu deiner Aufstellung als SPD-Kandidatin für den Wahlkreis 11 beglückwünschen. Ich freue mich riesig darüber und drücke dir die Daumen für das Direktmandat.